Action-Handkamera: Mirko Borsche dreht mit einer ganz kleinen Kamera ganz scharfe Filme

Von
Aus der Serie: Unter Strom ZEITmagazin Nr. 34/2018

Als mich die chinesische Technologiefirma Yi per E-Mail über ihre neue 4K-Action-Handkamera informierte, konnte ich mir nichts darunter vorstellen. Ich war skeptisch: War das eines dieser Gadgets, die gut aussehen, aber nichts können? Als mir klar wurde, dass sie Filme mit einer Auflösung von 4000 Pixeln aufnimmt, wurde ich neugierig: So eine hohe Auflösung hat man selten.

Das schwarz-graue Gehäuse ist kaum größer als mein kleiner Finger. Es erinnert an einen sehr schmalen Fotoapparat. Vorn hat die Kamera ein kleines Objektiv, hinten ein breites Display. Mit dem von der Firma mitgelieferten Schwenkarm ist das Gerät gut in der Hand zu halten. Und so was will hochauflösende Videos drehen?

Benutzt man den Schwenkarm, kann man damit wie ein Kameraprofi Videos in Ballhaus-Manier drehen und um eine Person herumkreisen. Sein Griff ist ein Joystick; man kann damit Einstellungen für Filmschwenks oder Selfie-Videos wählen. Fotografieren geht übrigens auch, allerdings ohne Zoom. Das Objektiv ist angeschraubt und nicht dazu fähig.

Als ich mich damit bei einer Promiveranstaltung neben die Fotografen mit ihren Stativen und Blitzlichtern stellte, haben mich alle komisch angeschaut. Vielleicht waren sie neidisch, weil ich nicht so viel Equipment herumschleppen musste wie sie. Grinsend habe ich ihnen erklärt, dass auch ich von der "Presse" bin. Mit meiner kleinen Kamera habe ich an diesem Abend Fotos gemacht, die von der Qualität her bestimmt nicht annähernd so gut waren wie die meiner Kollegen. Dafür bin ich mit meinem kleinen Teil näher an die Promis rangekommen.

Technische Daten

Größe: 6,5 x 4,2 x 3 cm
Gewicht: 63,5 g
Auflösung: 4K Ultra HD
Preis mit Schwenkarm: 276 Euro

Kommentare

12 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren
sparkscan
#3.1  —  vor 12 Monaten

Ich kann mich nicht beklagen. Das wichtigste Entscheidungkriterium stand direkt am Anfang im Artikel: 4K-Auflösung.

Damit war das Gerät ungeeignet für mich, denn mir sind die Dateigrößen schon bei FullHD-Aufnahmen zu unhandlich und ruckelfrei abspielen lassen sich FullHD-Filme auch schon nicht auf jedem Gerät, so das ich die wenigen, die ich bisher gedreht habe, oft auch noch auflösungstechnisch herunterrechnen musste, damit sie auf einem Mobilgerät ruckelfrei und vor allem akkuschonend wiedergegeben werden konnten.

Ich habe unter meinen Kameras zwar eine ActionCam, die in FullHD-Auflösung aufnehmen kann, filme mit der aber für gewöhnlich in 1280x960p oder in 1280x720p. Wobei ich letzteres Format dann noch nachbearbeite um auf das 4:3-Format mit 960x720p zu kommen, da ich für gewöhnlich keine Verwendung für die äußeren Ecken des 16:9-HD-Breitbilds habe (in denen passiert ohnehin nichts Interessantes) und diese daher lieber "abschneide" um Speicherplatz zu sparen.

Ich finde die hier vorgestellte Kamera wäre ein interessantes Konzept zum Filmen im Skatepark, aber die 4K-Auflösung kann ich beim besten Willen nicht gebrauchen. Ich habe keine Lust darauf die Filme immer erst herunterrechnen zu müssen wenn sie aus der Kamera kommen -- zudem das Herunterrechnen der Qualität auch nicht gerade zuträglich ist.

Tja, sehr schade.