© Silvio Knezevic

Gazpacho: Abkühlung aus dem Suppenteller

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Aus der Serie: Wochenmarkt ZEITmagazin Nr. 34/2018

Der, die oder das? Laut Duden ist der oder die Gazpacho korrekt. Aber die meisten Leute tun eben so, wie es ihnen gefällt, und im Grunde bereitet man die Suppe auch so zu. Es gibt Gazpachos mit Mandeln oder Varianten mit Früchten wie Trauben oder Maracujas. Allen gemeinsam ist die Herkunft von der Iberischen Halbinsel. Ursprünglich, in der Antike, handelte es sich um eine weiße Knoblauchsuppe mit Gurken, Brot, Olivenöl und Essig. Heute denken wir natürlich zuerst an Gazpacho mit Tomaten und Paprika, doch diese kamen erst mit Kolumbus nach Europa. Tomaten erinnern mit ihrem Namen bis heute daran: Schon bei den Maya hießen sie "Tomatl", zu Deutsch: "dickes Wasser". Bei einer klassischen andalusischen Gazpacho wird altes Brot eingeweicht. Für meine Lieblingsvariante nehme ich nur geröstete Croûtons. Das macht die Sache leichter, besonders an heißen Tagen, wenn man schon beim Gedanken an warmes Essen Schweißausbrüche bekommt. Bei der Gazpacho bleibt sogar der Herd kalt. Einfach pürieren und ab in den Kühlschrank.

Die reifen Tomaten mit einem Gemüsemesser am unteren Ende kreuzförmig einritzen und für 15 Sekunden in kochendes Wasser geben. Herausholen und im Eiswasserbad circa eine Minute abschrecken. Aus dem Eiswasser nehmen und trocken tupfen. Die Tomatenhaut abziehen und die Strünke und Kerne entfernen. Die gehäuteten Tomaten zusammen mit Zwiebel, Knoblauch, Paprika, Gurke, Öl und Basilikum mit dem Schneidstab fein pürieren. Suppe in eine Schüssel gießen und Tomatensaft und Apfelessig hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und je nach gewünschter Schärfe mit Chilipulver würzen. Dann am besten über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen. Zum Servieren das Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Eine angedrückte Knoblauchzehe und die Brotwürfel zugeben und von allen Seiten bei mittlerer Hitze goldbraun rösten. Abkühlen lassen. Die restlichen bunten Tomaten halbieren und auf der Suppe anrichten und diese mit etwas frischem Basilikum und den Brotwürfeln bestreuen.

Gazpacho – kalte Gemüsesuppe

Zutaten für 6 Personen: 1 kg reife Tomaten (oder 900 g sehr gute Dosentomaten, gehäutet), 1 Zwiebel (grob gehackt), 2 frische Knoblauchzehen (grob gehackt), 1 rote Paprika (gewürfelt), 1 gelbe Paprika (gewürfelt), 1 Gurke (geschält, Kerngehäuse entfernt, gewürfelt), 4 EL gutes Olivenöl (kalt gepresst), 1 Handvoll frische Basilikumblätter, 375 ml Tomatensaft, 30 ml Apfelessig, Salz, Pfeffer, 1 Msp. Chilipulver (je nach Geschmack); zum Servieren: 2 EL Olivenöl, 1 angedrückte Knoblauchzehe, 150 g Weißbrotwürfel, 350 g kleine, bunte Tomaten, frisches Basilikum

Kommentare

10 Kommentare Kommentieren

" aber die Knoblauch-Croutons kriege ich im Toaster nicht hin. ;-)

Warum nicht? Das Weissbrot in Scheiben toasten, Knoblauchzehen abziehen, längs teilen und mit der Schnittfläche das getoaste Brot einreiben. Danach in Würfel schneiden. Man kann das auch noch mit Olivenöl beträufeln.........

Meine Lieblingsvariante geht so wie vorstehend beschrieben, aber mit Schwarzbrot, also solches mit ganzen Körnern. Die rustikale Ostwestfalen-Variante. Dann anstatt Olivenöl gesalzene Butter.