U-Bahn: Untergrund-Anteil der U-Bahn

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 35/2018

Anteil des unterirdisch verlaufenden Streckennetzes der U-Bahnen

die Verkehrsbetriebe der jeweiligen Städte © Laura Edelbacher

Es ist irreführend, wenn ein Fahrzeug U-Bahn heißt, aber nicht nur im Untergrund fährt, sondern auf manchen Strecken ebenerdig oder sogar als Hochbahn über unseren Köpfen. Wir zeigen alle 16 Städte, die "U"-Schilder an den Haltestellen aufgestellt haben – und den Anteil der Strecke, die tatsächlich unter der Erde verläuft. Am ärgsten werden die Fahrgäste in Düsseldorf und Duisburg getäuscht, wo die U-Bahn viel durch Vororte fährt: Nur sechs Prozent der Strecke verlaufen im Untergrund. Nürnberg darf sich dagegen rühmen, die unterirdischste U-Bahn Deutschlands zu haben: Das Nürnberger U-Bahn-Netz ist kurz, es führt durch die Innenstadt, und aus Platzmangel musste es zu 90 Prozent unter die Erde. Das "U" scheint ein Statussymbol für Städte zu sein, die gerne eine Metropole wären. In Leipzig feierte man 2013 die Eröffnung von 3,6 Kilometern Tunnel. Die vier Stationen sehen aus, als hätte jemand der Urbanität eine Kirche bauen wollen: viel Beton, Chrom und Stahl. "U"-Schilder haben die Leipziger hier nicht aufgestellt, die Strecke gehört zur S-Bahn. Ein Sieg der Ehrlichkeit.

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