Apps: 50 Ideen für ein besseres Smartphone

Das Angebot an bunten und lustigen Apps ist uferlos. Die Redaktion der ZEIT empfiehlt, welche Apps den Alltag tatsächlich einfacher, schöner, reicher machen. Von
ZEITmagazin Nr. 38/2018

Um zu erahnen, was für eine absurde Computerpower wir alle in unserer Hosentasche mit uns herumtragen, genügt die kurze Erinnerung an die erste Mondlandung im Juli 1969: Der Apollo Guidance Computer (AGC), mit dessen Hilfe drei Nasa-Astronauten zum Mond und wieder zurück zur Erde fanden, verfügte über 36 Kilobyte Speicherplatz. 32 davon waren mit Software belegt. Der Speicherplatz eines ganz normalen Smartphones ist inzwischen ein bis zwei Millionen Mal größer.

Und, machen wir Smartphonemenschen damit jetzt ständig Sachen, die zwei Millionen Mal toller sind als eine Reise zum Mond? Eher selten. Die Apollo-Mission zeigt: Es kommt nicht auf die Rechnerleistung an, sondern darauf, wie schlau man sie nutzt.

Als 2007 das erste iPhone auf den Markt kam, konnte man damit telefonieren, Musik hören, E-Mails verschicken und im Internet surfen – was will man mehr? Vor gut zehn Jahren dann, am 10. Juli 2008, eröffnete Apple seinen App Store, in dem alle möglichen Software-Applikationen (kurz: Apps) fürs iPhone angeboten wurden – und plötzlich konnte das Telefon scheinbar alles. Anfangs standen rund 500 iPhone-Apps zur Auswahl. Das war schon eine ganze Menge, aber gerade noch überschaubar dank der Unterteilung in Kategorien wie "Spiele", "Produktivität" oder "Reisen". Wenige Monate danach machte der ähnlich konzipierte Android Market auf, der inzwischen Google Play Store heißt. Allein in diesen beiden Läden stehen heute mehr als zwei Millionen Apps bereit. Da steigt kein Mensch mehr durch.

Aber irgendwo im digitalen Ozean müssen sie doch zu finden sein, diese wenigen, ganz besonderen Apps jenseits von Mail, Kalender, Twitter und Facebook, die das Leben im Jahr 2018 tatsächlich besser, schöner, reicher oder einfacher machen!

Um sie zu finden, haben wir das uferlose App-Angebot durch einen hochkomplexen Filter laufen lassen: die gesamte Redaktion der ZEIT. Alle, die für sie arbeiten, haben wir aufgerufen, die eine Lieblings-App zu nennen, mit der sie im Alltag gute Erfahrungen gemacht haben. 50 davon präsentieren wir auf den folgenden Seiten, mit kurzen Beschreibungen und namentlich beglaubigt. Nicht jede dieser Apps ist für jeden ein Muss – aber die Vielfalt der Interessen innerhalb unserer Redaktion ist so groß, dass für so ziemlich jede und jeden brauchbare Empfehlungen dabei sein dürften.

Mein Smartphone jedenfalls hat sich seit den ersten Tagen der iPhone-Ära nicht mehr so frisch und so sinnvoll angefühlt wie in den vergangenen Wochen, in denen ich die Lieblings-Apps meiner Kolleginnen und Kollegen eingesammelt und gesichtet habe. Ein Dutzend davon werde ich ab jetzt auch nutzen. Dutzende andere Apps, die seit Jahren kaum oder gar nicht genutzt vor sich hin dämmerten, habe ich dafür gelöscht – mit unerwartet großer Freude und einem Gefühl der Befreiung.

Apropos Reduktion und Einfachheit: So gut wie alle der empfohlenen Apps sind für Apple- und Android-Geräte verfügbar. Um unsere Empfehlungsliste übersichtlich zu halten, haben wir darauf verzichtet, die jeweils verwendete Version, das Betriebssystem oder die aktuelle Preisgestaltung zu nennen. Denn im ewigen Wettrennen der Updates und Upgrades ist immer alles in Bewegung – da hilft nur Angucken und Ausprobieren. Ähnliches gilt für das Thema Datenschutz: Vermeintlich kostenlose Apps werden bekanntlich oft mit persönlichen Daten bezahlt. Wie die App-Anbieter (in der jeweils aktuellen Version) mit Nutzerdaten umgehen, sollte man sich im Zweifelsfall genauer ansehen – und dann entscheiden, ob das für einen selbst akzeptabel ist oder nicht.

Und falls Ihre Lieblings-App nicht dabei sein sollte: Das Einsammeln und Weitergeben persönlicher App-Empfehlungen kann jetzt über die Apps von Twitter und Facebook gern weitergehen, unter #meinelieblingsapp.

1 Maps.me

Orientierung ohne Internetverbindung

Auf Reisen ist die Maps.me- App das bessere Google Maps, da sie auch offline funktioniert. Man muss vor der Reise nur die gewünschte Karte herunterladen und dann später das GPS auf dem Handy aktivieren. Diese App hat mich schon durch den philippinischen Dschungel gelotst, durch die Weinberge der Toskana und durch balinesische Reisfelder. In Panama hat sie mich vor Hurrikan Otto in Sicherheit gebracht, indem sie außer den überschwemmten Straßen auch Wege angezeigt hat, die sicherlich in keinem Atlas verzeichnet sind.

Nur einmal hat sie mich im Stich gelassen: In Johannesburg hielt sie neu gebaute Brücken für Kreuzungen. Ich kam trotzdem heil an.
Hanna Lauwitz, Redakteurin Social Media, ZEIT ONLINE

2 Social Chess

Schach spielen mit Menschen in aller Welt

Meine absolute Lieblings-App ist zurzeit Social Chess . Innerhalb dieser App kann man einstellen, auf welche Weise man Schach spielen möchte und gegen wen, also zum Beispiel nur mit Freunden oder auch mit Fremden. Es gibt zwei Spielmodi: Schnellschach, bei dem eine Zeit zwischen 3 und 90 Minuten gewählt werden kann, und Schachpartien, die sich über mehrere Tage erstrecken können. Nach einer verlorenen Partie kann man die Option "Revenge" wählen – wenn der Gegner mitspielt.

Je nach Spielerfolg wird die persönliche Elo-Zahl aktualisiert, die die Spielstärke von Schachspielern beschreibt. Es gibt auch die Möglichkeit, einfach anderen Spielern zuzuschauen. Ein besonders gutes Spiel wird im Chat-Bereich mit Emojis oder dem Kürzel "gg" (für "good game") kommentiert. Ansonsten: kein weiterer Social-Media-Schnickschnack.
Jutta Schein, ZEIT-Bildredakteurin (bei "Social Chess" angemeldet als Jusixtyone)

3 SkyView Lite

Erkundet das Universum

Meiner Meinung nach die beste App für alle Sternen- und Planetenliebhaber. Einfach das Handy vor sich halten und nach links, rechts, oben, unten bewegen. Man sieht, wo sich welcher Stern oder Planet gerade befindet, zu jedem gibt es auf Wunsch nähere Informationen. Und stehen besondere Ereignisse am Himmel an, wird man natürlich vorab informiert. Sehr zu empfehlen ist die App auch, wenn man nicht einschlafen kann: Es ist ein beruhigendes Gefühl, sich im Universum verorten zu können.
Ricarda Messner, ZEITmagazin-Mitarbeiterin

4 Argon Synthesizer

Eine App für Klangbastler

Die verrücktesten Klänge lassen sich mit dieser App konstruieren, und zwar weitaus freier als etwa mit GarageBand oder den meisten anderen Softwareprodukten. Ein Keyboard und diverse Knöpfe zum Verändern der Wellenformen der drei kombinierbaren Oszillatoren laden zum Herumspielen ein. Die Soundqualität ist beeindruckend, der Preis (2,29 Euro ) ist es ebenfalls. Die Klänge können abgespeichert und beliebig wiederholt werden (Loops). Der Synthesizer ist zwar monofon, spielt also immer nur einen einzelnen Klang. Das macht mir aber nichts aus: Ich benutze den Argon Synthesizer vorwiegend, um auf meinem iPhone Soli über vorproduzierte Klangteppiche zu spielen.
Gero von Randow, ZEIT-Redakteur im Ressort Politik

5 Leo

Ein Wörterbuch für acht Sprachen

Frankreich, Sommerurlaub, ein Restaurant am Strand, die Kinder haben Hunger. Die Speisekarte führt ein Gericht auf, das gut klingt, von dessen Hauptzutat wir aber noch nie gehört haben. Die Erklärungen des Kellners helfen auch nicht weiter. Also Handy raus: Leo. Diese App übersetzt: Schnecken. Lieber nicht.

Hamburg, ein Skype-Interview mit einem Professor in Amerika. Er redet und redet, kaum zu bremsen, als müsste er hier und jetzt eine Vorlesung über die Globalisierung halten. Jetzt schnell die eine entscheidende Frage stellen. Aber was heißt noch mal "Leistungsbilanzüberschuss" auf Englisch? Schnell in Leo nachschauen. Und schon wird aus einem Vortrag ein Gespräch.
Lisa Nienhaus, stellvertretende Leiterin des ZEIT-Ressorts Wirtschaft

6 Headspace

Entspannung aus den Ohrhörern

Wenn Sie beim Wort "Achtsamkeit" aufschrecken, könnte diese App genau richtig sein. Nein, es werden hier keine Vorträge über Zen-Buddhismus gehalten. Zweistündige Meditationssessions müssen Sie auch nicht absolvieren. Sie stecken sich einfach die Kopfhörer ins Ohr und schließen für zehn Minuten die Augen. Ich mache das fast jeden Morgen, um mich für den Tag zu sortieren. Was die freundliche Stimme in meinen Ohrhörern sagt, weiß ich gar nicht immer so genau. Aber sobald ich sie höre, entspanne ich mich. Es ist ein bisschen so, als würde der Geist Gymnastik machen – hinterher fühlt man sich erfrischt.
Khuê Pham, ZEITmagazin-Redakteurin

7 Vivino

Erkennt Weine

Ich trinke gerne Wein, nur geht mein Weingedächtnis leider nicht über ein paar Namen hinaus. Das ist allerdings kein Problem mehr, seit ich Vivino verwende. Damit sammle ich jetzt alle Weine, die mir gefallen, durch einen schnellen Scan und kann sie jederzeit nachbestellen. Und wenn mir in einem Restaurant der Wein schmeckt, kann ich jetzt innerhalb weniger Sekunden sehen, ob der Preis, den ich an dem Abend zahlen soll, auch realistisch ist – einige Gastronomen sind bestimmt keine Fans der App. Über 30 Millionen Nutzer machen mittlerweile bei Vivino mit, die Datenbank ist ziemlich beeindruckend. Nur einmal bislang, als ich in diesem Sommer in der Toskana einen fantastischen lokalen Weißwein getrunken habe, den ein Nachbar empfohlen hatte, wusste Vivino nicht weiter – zu unbekannt, zu klein. Und dieser Wein war natürlich das Allergrößte.
Christoph Amend, ZEITmagazin-Chefredakteur

8 Nebenan.de

Bringt Nachbarn zusammen

Mit dieser App der gleichnamigen Internetplattform können Nachbarn sich miteinander austauschen, Dinge verschenken oder verkaufen, Feten und Kaffeenachmittage organisieren. Ich habe über die App schon ein Sofa in einwandfreiem Zustand geschenkt bekommen, meinen Tiefgaragenstellplatz vermietet und Protagonisten für meine Artikel gefunden. Auffallend ist, dass hier auch Menschen angemeldet sind, die Facebook und Co. ablehnen.
Jana Luck, Hospitantin im ZEIT-Feuilleton

9 Motor-Talk

Ein Forum für Kfz-Tüftler

Als Fahrer eines bestimmten Autos oder Motorrads kann man sich über diese App mit anderen Fahrern austauschen und sich Tipps holen, wenn es Probleme gibt. Und es gibt natürlich ständig Probleme. Bei Motor-Talk steht eine riesige Fachkompetenz zur Verfügung und ein gewaltiges Meinungsspektrum zu allen Dingen, die Autos betreffen. Zum Beispiel kriegt man über Nacht zehn Antworten auf die Frage, warum die Bose-Anlage mit dem Smartphone schlechter klingt als mit dem Radio, oder auch fundierte Einschätzungen, ob sich die 300 Euro für ein Sportlenkrad lohnen. Selbst Autowaschen wird hier wie eine Wissenschaft behandelt, völlig zu Recht. Wie sehr Automarken immer noch als Identitätsstifter wirken: Hier kann man es erleben.
Jörg Burger, ZEITmagazin-Redakteur

10 1Password

Eine App für alle Passwörter

Kennen Sie das: RobertMaPa1993? Ja? Dann brauchen Sie dringend 1Password . Die App kostet vier Euro im Monat, aber dafür verwandeln Sie sich in einen Hund, der zufrieden in einer Babyschaukel sitzt. Wobei die Babyschaukel 1Password ist. So hat es jedenfalls neulich ein jüngerer Kollege (ergo ein Digital Native) erklärt, der mich und alle anderen in der Redaktion überzeugen wollte, dass das Leben mit einem Passwortmanager einfach besser ist. Die App speichert für jedes Nutzerkonto die Zugangsdaten und schlägt neue, sicherere Passwörter vor, wenn nötig. Nie mehr nach dem Login für Xing, Amazon, Paypal suchen! Und auch nicht nach dem WLAN-Schlüssel, der Sozialversicherungsnummer oder den Kreditkartendaten. 1Password speichert alles. Supersicher. In Kanada. Darauf gebe ich Ihnen meine Pfote.
Maria Exner, stellvertretende Chefredakteurin ZEIT ONLINE

11 Tabata-Timer

Eine Stoppuhr für das Intervall-Training – und einiges mehr

Mit dem Tabata-Timer kann man die Minuten und Sekunden der Intervalle beim Fitnesstraining einstellen, also die Länge der Einheiten und der Ruhezeiten. Endlich muss man nicht mehr ständig die nervige Stoppuhr stellen oder auf die Uhr im Fitnessstudio gucken. Sobald der Ton ertönt oder man eine Vibration spürt, weiß man, dass die Zeit für die Übung rum ist. Das ist auch sehr nützlich für Intervall-Läufe draußen, für Dehnungs- und Yogaübungen. Wer will, kann den Tabata-Timer auch beim Braten eines Steaks verwenden: drei Minuten je Seite anbraten, vier Minuten Ruhezeit.
Joana Ines Marta, Mitarbeiterin ZEIT ONLINE-Korrektorat

12 Flatastic

Stiftet Frieden in Wohngemeinschaften

Flatastic ist die App für ein harmonisches Zusammenleben in einer WG. Mit ihr kann man einen Putzplan anlegen, der alle an ihre Aufgaben erinnert. Diese können auch mit anderen WG-Mitgliedern getauscht werden. Sobald man eine Aufgabe erledigt hat, kann man diese abhaken und bekommt "WG-Punkte". Zudem kann man eine Einkaufsliste erstellen und die Ausgaben dafür in den Finanzplan eintragen. Die App rechnet dann aus, wer wem wie viel schuldet.

Während meines Studiums habe ich in verschiedenen WGs mit drei bis sechs Leuten gewohnt. Dank Flatastic blieben Streitereien um nachlässiges Putzen und Finanzen aus. Jedenfalls solange alle ihre Dienste in der App abgehakt hatten.
Katharina Sellier, Hospitantin in der ZEITmagazin-Grafik

13 Der Schrittzähler

Ermutigt einen, nicht vor dem Computer zu hocken, sondern ein bisschen zu gehen

Rechts, links und rechts und links und rechts und links – gehen. Beherrschen die meisten von uns mit zehn bis zwölf Monaten. Warum also eine App fürs Gehen? Weil sich das Gehen im Laufe des Lebens anstemmen muss gegen den Drang, vor Bildschirmen zu kleben, auf Sofas abzuhängen, gar nicht zu reden vom Irrsinn, sich in Geräte aus Metall zu klemmen, um voranzukommen! Wie schön Gehen sein kann, sieht man in den Weiten Afrikas, wo Menschen mit der Gelassenheit der Großtiere durch die Landschaft ziehen. Für alle, die nicht so oft nach Afrika kommen, gibt es die Geh-App.

Rotes Herzchen auf weißem Kästchen. Kam mit dem neuen Smartphone. Ich hatte es für die Werbung einer Dating-Firma gehalten, dann verstand ich: Pochendes Herz steht jetzt nicht für Liebe, sondern für Kardio. Intravaskuläre Wellness. Man tippt auf die App, und da sind sie: Säulen und Zahlen. Sie zeigen unbestechlich, was war. Schritte und Strecke. Heute, nach dem Frühstück: 4761 Schritte. Erste Hunderunde. 3,2 km.

Die App hat sich mit meinem Hund verbündet. Wo die Töle nur sehnsuchtsvolle feuchte Augen auf mich richtet, sagt die App knapp: Nur 4761 Schritte? Da geht noch was!

Also: zum Bäcker, zur Post, zur Bank, zum Café, zum See, immer rechts, links und rechts, links. Man sieht dabei die Nachbarn, die Jahreszeiten, hört die Vögel, wird auch mal nass. Juni schwächelte: 11.773 Schritte. Aber August: schon 15.957! Der Blick auf die App ist Ansporn und Belohnung. Unser Tagesdurchschnitt steht bei 8,6 km. Es geht!
Susanne Mayer, ZEIT-Autorin

14 komoot

Empfiehlt Touren für Leute, die gern wandern oder Mountainbike fahren

Meine Lieblings-App ist komoot, ein GPS-basiertes Navigations- und Tracking-Tool, mit dem man Freizeitaktivitäten im Freien planen und aufzeichnen kann. Ganz gleich, ob man eher so der Wanderer oder Mountainbiker ist: Neben der GPS-Funktion sind die Tourenempfehlungen der komoot- Community besonders hilfreich. GPS-Daten aus anderen Quellen zu importieren ist ganz unkompliziert, auch dank der Software, mit der sich Tourenplanungen sehr einfach umsetzen lassen. Aber die beste Eigenschaft von komoot ist, dass alle anderen sozialen Apps abgemeldet sind, wenn man sich datengestützt den Weg durch die Natur bahnt. Und die freundliche Stimme von komoot, die ab und an den Weg weist, lässt sich stumm schalten – das ist eigentlich die wichtigste Funktion.
Mark Schiffhauer, Verlagsleiter Business Solutions, ZEIT-Verlagsgruppe

15 iRealPro

Begleitband und Notenbuch in einem

Jazz ohne Improvisation ist wie Liebe ohne Herz. Aber allein daheim zu improvisieren ist nicht so einfach: Wie klingt noch mal der G7#11-Akkord im dritten Takt von The Girl From Ipanema, und welche Töne passen dazu? iReal Pro zeigt sie an, ein virtuelles Jazz-Trio (Piano, Bass, Schlagzeug) spielt dazu im passenden Rhythmus (Bossa nova) und markiert wie eine Karaoke-Maschine die Stelle, an der man sich gerade befindet. Nie mehr verloren in der lydischen Tonleiter! Und es muss auch nicht eine komplette Big Band antanzen, wenn ich meine 16 Takte Solo 32-mal hintereinander üben will. Diese App hat aus mir keinen besseren Menschen, aber hoffentlich einen besseren Musiker gemacht – für nur 14 Euro.
Christof Siemes, ZEIT-Textchef

16 Emmy

Stellt Elektro-Roller bereit

Die roten Roller mit dem Schriftzug "Emmy" sind seit einiger Zeit überall in der Hamburger Innenstadt zu finden, ebenso in Berlin, München, Düsseldorf und Stuttgart. Vor einer Weile lud ich mir die dazugehörige App runter, ließ meinen Führerschein verifizieren und vergaß die Sache wieder.

Wochen später, als es morgens um neun schon über 20 Grad warm war, brachte ich meinen Sohn in die Kita. Durchgeschwitzt ging ich von der Kita zur U-Bahn, die ich normalerweise zur Redaktion nehme. Da sah ich einen Emmy-Roller am Wegesrand – und mir fiel diese App wieder ein. Mit deren Hilfe entriegelte ich schnell den Roller, setzte mir den bereitliegenden Helm auf und fuhr los. Herrlich, die Straße fast lautlos (Elektro!) mit maximal 50 km/h entlangzudüsen, statt in der stickigen U-Bahn zu hocken. Vor der Redaktion angekommen, war ich nicht nur gut gelaunt, sondern auch schon wieder trocken.
Nico Baldauf, ZEIT-Bildredakteur

17 Regenradar

Zeigt an, wann es regnen wird – und zwar in 5-Minuten-Schritten

Als Radfahrer sehe ich eine Stunde vor Terminen nach, wann ich am besten losfahre, um nicht nass zu werden. Meistens muss ich dazu nur zehn Minuten eher oder später aus dem Haus. Das Regenradar hat mein Leben in trockene Tücher gebracht! Leider ist die Oberfläche dieser App bisher noch arg hässlich. Vielleicht mag sich jemand der Schönheit des trockenen Lebens annehmen?
Hannes Leitlein, Stellv. Redaktionsleiter von Christ & Welt

18 Slack

Ein Gruppen-Chat für Familien und Dax-Konzerne

Keine Software hat meine Arbeit und mein Leben in den letzten Jahren so sehr verändert wie Slack. Das ist eine Art WhatsApp für Teams, die sich irgendwie digital organisieren müssen – sei es als Start-up, Uni-Projektgruppe, Dax-Konzern, Sportverein, Familie (oder als Redaktion von ZEIT ONLINE).

Slack löst ein Problem, das so groß ist, dass wir es oft gar nicht mehr bemerken: Wie kommunizieren wir jederzeit in sich verändernden Gruppen zu sich verändernden Themen? Wie organisieren wir uns möglichst effektiv, flexibel, dezentral, ohne großes Tamtam – zum Beispiel ohne Rundmails an 500 Menschen, deren Inhalt nur 50 Menschen betrifft und auf den nur fünf reagieren müssen? Und das alles auf dem Smartphone, das wir immer bei uns haben?

Slack hat dieses Problem mit einer Eleganz gelöst, die nur mit einer langen Liste von Dingen zu umschreiben wäre, die Slack nicht kann. Der reduktionistische Zauber erschließt sich schneller, wenn man es selbst ausprobiert. Die Basisversion ist kostenlos.
Jochen Wegner, Chefredakteur ZEIT ONLINE

19 Cooking

Von der "New York Times" recherchierte Rezepte

Essen ist etwas ganz Wunderbares, ein großer Genuss, aber wenn man mal ehrlich ist, nervt es auch manchmal. Man muss es einfach so oft tun. Und weil der menschliche Appetit von der Evolution nicht aus Spaß erfunden wurde, sondern um die Nährstoffzufuhr zu regulieren, muss man auch noch halbwegs abwechslungsreich essen.

Die Evolution hat uns aber Gott sei Dank auch die New York Times -App Cooking gebracht. (Times -Abonnenten bekommen sie umsonst, alle anderen zahlen 5,49 Euro pro Monat.) Sie besticht durch eine unglaubliche Menge an Rezepten. Man gibt in die Suchmaske einfach die Zutat ein, die man gern verkochen möchte, oder man klickt auf einen der zahlreichen Filtervorschläge wie "italienisch", "Dinner" oder "gesund". Die Rezeptdatenbank ist aber nicht wie chefkoch.de ein Dokument dessen, was Leute so in ihrer Küche anstellen, sondern wurde von den Kochkolumnisten der Times sorgfältig zusammengestellt. Kein überbackenes Ketchup-Bananen-Toast also, sondern Fisch mit Salsa Verde, Pfirsich-Polentakuchen und indisches Lammcurry. Zwei Nachteile: Die Mengen werden in amerikanischen Maßen, also pounds und cups, angegeben. Für mich persönlich gibt es außerdem noch das Neid-Problem, denn jedes Mal, wenn ich Cooking öffne, denke ich: Warum gibt es eigentlich keine Wochenmarkt-App?
Elisabeth Raether, Politik-Redakteurin der ZEIT und "Wochenmarkt"-Kolumnistin im ZEITmagazin

20 Radsone Hi-Res Player

Verbessert den Klang

Ältere Leser erinnern sich noch an die Zeit, als die iPhones eine Buchse hatten. Man steckte einen Ohr- oder Kopfhörer hinein, und Musik kam heraus. Wenn der Ohrhörer ein sehr guter war, klang das erstaunlich schön, selbst für Leute mit empfindlichen Ohren, zu denen ich mich leider zähle. Ein Großteil meines Redakteursgehalts ist über die Jahre für auserlesene Verstärker, Plattenspieler und Lautsprecher draufgegangen. Beim Klang verstehe ich keinen Spaß. Mein neues iPhone hat aber keine Buchse für den Ohrhörer mehr. Erst habe ich mit dem Adapter herumgefummelt, der in der Telefonpackung lag, aber damit klang alles schrecklich, viel verwaschener als auf meinem alten Telefon. Erlösung brachte der Radsone Hi-Res Player . Das ist eine App, die den Ton, audiophil aufbereitet, auch aus dem neuen iPhone abspielt. Wahlweise sendet sie ihn sogar drahtlos an ein Gerät derselben Firma, ein Kästchen in der Größe einer Streichholzschachtel, das die Musik weiterverarbeitet und geekige Audiotricks beherrscht: Upsampling, Anpassung der Verstärkungsleistung, Balanceschaltung und dergleichen mehr. Da steckt jetzt mein Ohrhörer drin. Der Klang? Er ist in etwa wieder so gut wie in den alten Zeiten – als mein iPhone noch eine Buchse hatte.
Thomas Fischermann, ZEIT-Redakteur im Ressort Wirtschaft

21 Die Sendung mit der Maus

Hält neugierige Kinder bei Laune

Mit dieser Maus kann man Kinder selbst auf scheinbar endlosen Autofahrten durch Italien ruhigstellen, ganz ohne schlechtes Gewissen. Die Sendung mit der Maus hat eine eigene App, und es droht keine Wohlstandsverwahrlosung, keine Digitalsucht, wenn man die Kinder ein, zwei, vielleicht sogar drei Stunden damit spielen lässt. Zunächst kann man sich mit dieser App die kompletten Sendungen der vergangenen Wochen anschauen, also lernen, wie man eine Kutsche lenkt, oder erfahren, warum die Rinde von jungen Bäumen im Stadtraum weiß angemalt wird, um dann noch den Abenteuern von Shaun dem Schaf oder Käpt’n Blaubär zu folgen. Wenn noch mehr Zeit ist, stöbern die Kinder in einem riesigen Videoarchiv mit Sachgeschichten und informieren sich über japanische Eissorten, Elefantenohren oder Gleisschotterwaschanlagen. Zwischendurch lösen sie ein Puzzle aus Wasserrohren und absolvieren mit der Maus einen Hindernislauf – Spiele, die sie garantiert nicht nächtelang durchspielen wollen. Die Maus-App ist vielleicht etwas verstaubt gestaltet, sie ist auch nicht besonders raffiniert programmiert, und doch steckt in ihr ein sich jede Woche wundersam vermehrender Schatz an Wissen und Geschichten.
Jasmin Müller-Stoy, Art-Direktorin des ZEITmagazins

22 Bandsintown

Empfiehlt Konzerte, je nach Musikgeschmack

Ich gehe gern auf Livekonzerte. Bands, für die ich mich interessiere, sind aber oft nicht groß genug, um ihre Auftritte stadtweit bewerben zu können. Um sie nicht zu verpassen, müsste ich also Stadtmagazine wälzen, regelmäßig Facebook-Seiten checken und so weiter. Mit Bandsintown brauche ich das alles nicht mehr. Die App erfasst meinen Musikgeschmack, indem sie meine Playlisten auf Spotify, Apple Music und anderswo scannt, und macht entsprechende Vorschläge. Wenn ich dann bei einem angekündigten Konzert auf den Button "going" klicke, erfahren auch Freunde, die die App nutzen, von meinen Plänen und können sich mit mir verabreden. Wer weiß, welche der vielen großartigen Konzerte, die ich in letzter Zeit erlebt habe, ich ohne Bandsintown verpasst hätte.
Thomas Worthmann, Teamleiter ZEIT-Korrektorat

23 Pocket

Ermöglicht konzentriertes Lesen

Es heißt ja immer, das Internet mache uns dümmer und zertrümmere unsere Aufmerksamkeit. Da ist zwar leider einiges dran, wahr ist aber auch, dass das Internet uns zugleich wirksame Gegenmittel zur Verfügung stellt. Eins der besten Aufmerksamkeitsförderungsprogramme, die ich kenne, ist die App Pocket. Da ich bei Twitter einigen Viellesern folge, prasseln im Laufe eines jeden Tages etliche Links zu unwiderstehlichen Essays und anderen tiefschürfenden und/oder lustigen Texten auf mich ein. Leider habe ich im Laufe des Tages nie Zeit, die zu lesen. Mit Pocket, einer App aus dem Hause Google, stecke ich mir diese Texte quasi im Vorbeilaufen in die Tasche und lese sie dann nachts (immer im Nachtlesemodus: weiß auf schwarz) oder auf langen Reisen. Dabei merke ich immer wieder: Es gibt sie noch, die größeren Zusammenhänge, sogar auf dem iPhone oder iPad. Und man kann sogar über Twitter an sie herankommen.
Jürgen von Rutenberg, ZEITmagazin-Redakteur

24 Peakfinder AR

Nennt die Namen von Berggipfeln in aller Welt

Am Gipfelkreuz angekommen, reichte der Blick bis zum – verdammt, wie hieß der Gebirgskamm da drüben noch mal? Peakfinder AR weiß es. Die App erkennt angeblich 350.000 Berge weltweit, sogar den Berliner Kreuzberg. Das "AR" steht für "Augmented Reality", und es ist eins der ganz wenigen Tools, die die Wirklichkeit so erweitern, dass es mir richtig Spaß macht. Funktioniert auch offline.
Alina Fichter, Mitglied der ZEIT ONLINE-Chefredaktion

25 Die perfekte Eieruhr

Sagt einem nicht nur, wann das Frühstücksei fertig ist, sondern misst es auch noch aus

Ich liebe Frühstückseier. Dann, wenn das Weiße hart ist und das Gelbe weich.

Ich hasse Frühstückseier, wenn das Weiße noch zu weich ist oder das Gelbe schon zu hart. In meinem Leben habe ich tausend Tipps bekommen, wie man das perfekt gekochte Ei hinbekommt. Keiner hat funktioniert. Dann entdeckte ich die App Die perfekte Eieruhr, in der man wählen kann, ob man das Ei ins kalte oder ins kochende Wasser legt. Man kann angeben, ob das Ei aus dem Kühlschrank kommt oder Zimmertemperatur hat. Man kann das Ei, das man kochen will, sogar auf den Handybildschirm legen und es ausmessen. Und man kann einstellen, ob man es flüssig, weich oder hart mag.

Dann drückt man "Start". Und wartet – je nach Eigröße und Temperatur – fünf, sechs, sieben Minuten. Ich kann jetzt von mir behaupten, dass ich den perfekten Tipp fürs perfekte Ei geben kann.
Amrai Coen, Redakteurin im ZEIT-Dossier

26 Gaia GPS

Macht landschaftliche Details sichtbar

Die App Gaia GPS zeigt Karten aus unterschiedlichen Quellen – und sie hat mein Verhältnis zur Landschaft verändert. Egal wo man ist auf der Welt, sofort kann man mit Gaia GPS sehen, wo um einen herum Wanderwege beginnen, wo ein Wald liegt, ein See. Man kann, wenn man will, jederzeit auf kürzestem Weg der Stadt entfliehen oder abseits der Landstraßen und Radwege ein wunderschönes Fleckchen Erde finden. Dort kann man sein Käsebrot auspacken und rasten. Von den vielen Karten, die die App bietet, empfehle ich besonders die OpenHikingMap. Nicht nur für Wanderer geeignet.
Matthias Stolz, ZEITmagazin-Redakteur

27 Bike Citizens

Ein Navi für Radfahrer, entwickelt von Fahrradkurieren

Diese App ist für mich unverzichtbar: Sie weist Radfahrern in mehr als 450 Großstädten weltweit den Weg von A nach B, wahlweise über die fahrradfreundlichste Strecke, die schnellste oder die schönste. Entwickelt wurde Bike Citizens von Fahrradkurieren – und den Vorteil gegenüber Angeboten wie Google Maps bemerkt man sofort: Wer kennt schließlich die vielen Abkürzungen durch Stadtparks, Waldwege und andere Nebenpfade besser als Fahrradkuriere?
Michael Biedowicz, Bildredakteur beim ZEITmagazin

28 PlantNet

Identifiziert Pflanzen

Ich mache ein Foto von einer Blüte oder einem Blatt, und PlantNet sagt mir, dass vor meinem Bürofenster ein "Bittersüßer Nachtschatten" blüht. Es gibt auch einen Verlauf, in dem ich nachsehen kann, wie das Kraut hieß, das ich am S-Bahn-Steig fotografiert habe: "Blutrote Fingerhirse". Kann gut sein, dass die App auch mal Fehler macht – aber überhaupt zu wissen, dass es "Schmächtigen Klee" oder "Wolliges Honiggras" gibt, ist schon eine Bereicherung.
Sascha Chaimowicz, Redakteur für besondere Aufgaben im ZEITmagazin

29 I Love Hue

Trainiert die Wahrnehmung

Ich bin ein großer Fan von I Love Hue – ein sehr entspannendes Spiel, bei dem man feine Farbabstufungen sortiert. Gleichzeitig bilde ich mir ein, dass ich damit auch meine farbliche Wahrnehmung trainiere.
Milena Carstens, ZEITmagazin-Bildredakteurin

30 Runkeeper

Speichert Läufe und motiviert zu weiteren

Ich laufe gegen mich selbst. Immer wieder. Mit der App Runkeeper . Sie misst mein Scheitern (vor wenigen Tagen: 3,95 Kilometer, Berg hoch, puuh, in 47:09 Minuten), meine Erfolge (neulich: 4,74 Kilometer in 25:28 Minuten) und all die Läufe dazwischen. Während Katy-Perry-Songs in meinen Ohren wummern, treibt mich die App wie ein Sportlehrer an. Ich kann sogar die Stimme wählen, es gibt einen "Drill Instructor" und eine "Mademoiselle". Die App zeigt die gelaufene Zeit an, die Kilometer pro Stunde und meine verbrannten Kalorien. Ab und an schickt sie mir ein hübsches Flugzeugbildchen mit der Aufschrift: "Du fliegst förmlich". Am Schluss bekomme ich eine Karte mit meiner Laufstrecke zu sehen. Dann knipse ich noch ein Selfie für meine Galerie der roten Köpfe und speichere es mit dem Lauf ab. Ich könnte Trainingspläne erstellen, aber das kostet 9,99 Euro im Monat, 39,99 im Jahr. Mir reicht die Basisversion, Laufpläne richte ich mir im Google-Kalender ein. Zurzeit trainiere ich für meinen ersten Acht-Kilometer-Lauf in der Stadt Boring (ja, die heißt wirklich so) in der Nähe von Portland. Da werde ich dann nicht mehr nur gegen mich selbst und die App laufen, sondern gegen etwa 120 andere Menschen.
Martina Kix, stellvertretende Chefredakteurin von ZEIT CAMPUS

31 Tongo Musik

Führt Kinder ab drei Jahren in die Welt von Triangeln, Pauken, Bassschlüsseln und Tonleitern

Eine App für die ganz Kleinen empfiehlt man eigentlich ungern – um den Zeitpunkt, an dem Kinder elektronische Geräte für sich entdecken, möglichst lange hinauszuzögern. Tongo Musik aber ist ein Ausnahmefall, denn sie ist schlicht und freundlich gestaltet wie ein Bilderbuch ohne Text. Kinder ab drei Jahren können dem Protagonisten Tongo intuitiv auf seinem Spaziergang durch die Welt von Triangel, Pauke, Bassschlüssel und Tonleiter begleiten. Besonders schön ausgewählt sind die Musikbeispiele: keine lieblichen Klassik-Klischees (wie sonst üblich im Spielwarensegment), sondern Rimski-Korsakow und herbes Cello.
Ilka Piepgras, ZEITmagazin-Redakteurin

32 The Vinyl District

Findet Plattenläden

Richtig schön werden Dinge oft, wenn man sie nicht braucht, das trifft auf Schallplatten zu. Richtig schön sind Städte erst, wenn sie Schallplattenläden haben. Das Vorhandensein von record shops gilt unter Soziologen als essenzielles Merkmal einer Großstadt; in kleineren Orten ist es ein zuverlässiges Hipness-Kriterium. Irgendwo irgendeinen Plattenladen zu finden fällt nicht allzu schwer; man geht halt dahin, wo das Leben ist. Manche Läden aber liegen versteckt oder abseits der magischen Viertel. Hier hilft die App The Vinyl District, die weltweit den Weg zum nächsten Laden weist, wo auch immer er sich befindet. Man kann wählen zwischen der nach Entfernung vom eigenen Standort gestaffelten Liste oder der Kartenansicht, in der die rote Nadel (ich) von blauen Nadeln (Plattenläden) umgeben ist. Zum Schutz vor unverantwortlichen Spontankäufen verfügt die App über keine eingebaute Bezahlfunktion!
Ulrich Stock, ZEIT-Reporter

33 Flightradar24

Verfolgt Linienflüge weltweit

Diese App ist sehr praktisch für Mütter, die wissen wollen, wo um alles in der Welt ihre Kinder gerade unterwegs sind. Die müssen dank dieser App nämlich nie mehr anrufen, um mitzuteilen, dass sie in Los Angeles oder Lagos gut gelandet sind. Praktisch ist auch, dass ich vom Fenster meiner Frankfurter Küche aus die einschwebenden Jets identifizieren kann und so weiß, wann ich losfahren muss, um meine Kinder abzuholen, wenn sie zu Besuch sind. Das gilt natürlich auch für alle anderen Gäste.
Anna von Münchhausen, ZEIT-Autorin

34 Wunderlist

Organisiert das ganze Leben

Auf meinem Schreibtisch flogen früher immer alle möglichen Listen herum, zur Hälfte durchgestrichen: Telefonat mit Anwalt, Klopapier, Zitate autorisieren, 20 Euro an Theresa überweisen, Post!, Q-Tips, 17h Viola treffen. Dazu gab es noch Listen in Notizbüchern; was am Ende des Tages nicht abgehakt war, übertrug ich am nächsten Morgen auf eine neue Seite. Zettel auf dem Küchentisch, Mails mit Gedanken, die ich mir selbst geschickt hatte. Dieses Listenchaos führte nicht eben dazu, dass ich besonders viele meiner Vorhaben erledigte. Stattdessen kostete es mich eine Menge Zeit, die Listen zu suchen, zu ergänzen, zu übertragen.

Bis ich Wunderlist entdeckte. Diese App macht meine To-do-Listen übersichtlich. Ich habe eine kurzfristige Liste, "Heute", und eine mittelfristige, "Woche". Eine private und mehrere für die Arbeit. Morgens öffne ich die Wunderlist und sortiere, was so ansteht. Ist ein Punkt auf der Liste erledigt, klicke ich darauf, und schon verschwindet er. Meine Lieblingsfunktion: Ich kann Listen mit Kolleginnen teilen. Schreibe ich etwas auf eine gemeinsame Liste, bekommen sie per Mail eine Benachrichtigung und können sich gleich darum kümmern. Oder wir gehen beim nächsten Treffen unsere Listen durch und haken ab, was das Zeug hält. Das macht sogar Spaß.
Leonie Seifert, verantwortliche Redakteurin des ZEIT ONLINE-Ressorts Arbeit

35 Windy

Macht Wetterphänomene aller Art sichtbar

Diese App ist nicht nur ungewöhnlich schön anzusehen, sondern auch unglaublich vielfältig und praktisch. Windy zeigt in Echtzeit und als Prognose Windstärke, Temperatur, Niederschläge, Gewittertätigkeit, Seegang und Gezeiten weltweit an.

Dazu detaillierte Informationen zu Flughäfen, neben den Wetterdaten zum Beispiel auch die Länge und Richtung der Runways und Links zu unzähligen Webcams.

Ein paar typische Windy- Momente:
Ich sitze im Flugzeug, und der Pilot sagt, dass wir mit 20 Minuten Verspätung starten werden. Ich schaue mir den Wind in 10.000 Meter Höhe an: 80 km/h von vorn – keine Chance, die Verspätung aufzuholen.

Ich sitze im Büro und zerfließe – 34 Grad in Hamburg, die Luft steht. Ich scrolle zum Flughafen von Ushuaia, rufe die Webcam auf und sehe: Schnee, Sturm und Minusgrade. Das kühlt!

Ich kenne jemanden, der mit einem Segelschiff zwischen Sardinien und Menorca unterwegs ist. Muss ich ihn beneiden? Ein Blick auf Windy sagt mir: nein – Windstärke 7, in Böen 9, hohe Wellen.
Wolfgang Lechner, stellvertr. Chef vom Dienst bei der ZEIT

36 Shazam

Identifiziert die Lieder, die man auf Partys hört, sodass man sie auf der nächsten Party selbst abspielen kann

Meine Lieblings-App heißt Shazam. Mit Shazam bin ich der Star im Freundeskreis geworden. Da kommt Rainer, der hat immer die coolste Musik. Dank Shazam entgeht mir kein guter neuer Song. Der kommt dann gleich in eine Playlist und erfreut dann das Leben von Freunden, Familie und mir.
Rainer Esser, Geschäftsführer des Zeitverlags

37 Screentime

Registriert die Handyzeit und die genutzten Programme

Diese App ist unbestechlich. Sie reduziert den Streit darüber, wie viel oder wie wenig meine Kinder im Laufe des Tages gedaddelt haben, und trägt damit zum Familienfrieden bei.
Martin Spiewak, ZEIT-Redakteur im Ressort Wissen

38 Taschenlampe

Spendet Licht

Meine Lieblingsfunktion auf dem iPhone ist die Taschenlampe. Sie macht, dass man im Dunkeln lesen kann, zum Beispiel die Speisekarte beim Candle-Light-Dinner oder nachts an der Haltestelle den Busfahrplan. Was sie unter philosophischen Gesichtspunkten so besonders macht: Hier greift das Digitale weit ins Analoge hinein.
Ijoma Mangold, kulturpolitischer Korrespondent der ZEIT

39 Bloom

Erzeugt Klänge zum Entspannen

Mit Bloom kann jeder intuitiv und ohne Vorkenntnisse Musik machen. Beim Tippen auf den Screen erklingen weiche, angenehme Sounds in unterschiedlichen Klangfarben. Die musikalischen Grundstimmungen sind nach Duftnoten wie Neroli, Ylang oder Vetiver benannt. Wenn man keine Lust mehr hat, komponiert die Musik sich selbst weiter. Am besten lässt sie sich über Kopfhörer genießen.

Es ist das Spiel um des Spielens willen – eine Auszeit, in der es nur um das Wohlgefallen an Tönen und Farben geht. Sehr gut geeignet zum Abschalten oder besser: Umschalten. Denn ganz nebenbei lernt man dabei, aufmerksam zuzuhören. Entwickelt hat die App der Musiker und Produzent Brian Eno, ein Pionier der Ambient-Musik.
Margit Stoffels, Produktionsassistenz ZEITmagazin

40 TooGoodToGo

Rettet Lebensmittel

Jeden Tag werden in Deutschland tonnenweise Nahrungsmittel weggeworfen, die eigentlich noch genießbar sind. Mit der App ToGoodToGo kann man Lebensmittel retten: Sie listet nahe gelegene Bäckereien, Restaurants, Cafés und Shops auf, die am Abend die Waren, die sonst entsorgt werden müssten, für einen kleinen Betrag verkaufen. Über die App kann man sich beispielsweise Essenspakete bei einer Nordsee-Filiale kaufen, sich vom Ibis-Hotel eine Frühstückstüte zusammenstellen lassen oder eine Tüte Backwerk-Brötchen – und sich diese Pakete dann kurz vor Ladenschluss abholen. So bekommt man für wenig Geld viel gutes Essen und hat darüber hinaus noch etwas für die Nachhaltigkeit und sein gutes Gewissen getan.
Tobias Dorfer, Teamleiter Social Media, ZEIT ONLINE

41 NINA

Warnt vor Katastrophen

Meine Eltern sind zwar hin und wieder online, lesen den Wetterbericht aber hauptsächlich im NDR-Videotext, der natürlich nicht permanent eingeschaltet ist. Um meine Eltern warnen zu können, wenn bei ihnen in Schleswig-Holstein ein Sturm droht, habe ich die App NINA auf meinem Handy installiert – der Name steht für "Notfall-Informations- und Nachrichten-App". Sie wurde vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelt und warnt vor Unwetter, Großbränden, Hochwasser und anderen Gefahren. Wenn ich über diese App eine Sturmwarnung für den Wohnort meiner Eltern erhalte, rufe ich sie schnell an, damit sie nicht nach draußen gehen – die alten Bäume im Garten könnten gefährlich werden. Meistens hören sie auf mich, und bis jetzt ist ihnen zum Glück nichts passiert.
Katrin Dose, Redaktionsassistenz ZEITmagazin

42 moovit

Führt durch den öffentlichen Nahverkehr in über 2.000 Städten weltweit

Ich stehe an einer Straßenecke in Belgrad, alles ist auf Kyrillisch, es gibt keine U-Bahn, und ich habe keine Ahnung, wie ich zu meiner Verabredung kommen soll. Mit moovit wird es ganz einfach: Die App erkennt den Standort, man gibt die Zieladresse ein und bekommt zuverlässig die richtige Verbindung inklusive Gehwegen angezeigt. Nie wieder dieses blöde Suchen nach der ÖPNV-Website fremder Städte, stattdessen: immer und überall dasselbe Interface. Moovit ist fantastisch für Urlaub und Geschäftsreisen. Ich liebe diese App.
Hedi Lusser, Bildredaktion ZEIT CAMPUS

43 DLF Audiothek

Alle Programme des Deutschlandfunks in einer App

Das war ja sehr lästig früher: Ausgerechnet mein Radioliebling Deutschlandfunk Kultur sendete oft so schwach, dass er zwischen Bett, Bad und Küche immer wieder verloren ging. Dann kam die DLF Audiothek . Sie schickt mir die drei Programme des Deutschlandfunks absolut störungsfrei in (fast) alle Winkel meines Alltags. Sie begleitet mich per Kopfhörer kabel- und tadellos ins öde Fitnessstudio, während der täglichen U-Bahn-Fahrt und sogar auf langweiligen Fußwegen – nein, ich laufe nicht vor den Laternenpfahl! Und sie kann eben auch Mediathek: Was mir als Teil der arbeitenden Bevölkerung an Interviews, Filmtipps oder Hintergrundberichten aktuell entgangen ist, kann ich bei Gelegenheit suchen und nachhören. Meine Lieblings-App ist bedienungsfreundlich, klemmt nie und hat nur den einen Nachteil, dass die gespielten Musiktitel nicht angezeigt werden.
Iris Mainka, Chefin vom Dienst bei der ZEIT

44 Zello

Kommunikation ohne Gelaber

Zello macht das Smartphone zum Walkie-Talkie – mit allen Vorteilen, die ein Funksprechgerät gegenüber einem Mobiltelefon hat. Dazu gehören vor allem die Kürze der Botschaften und das Gefühl, mit anderen zusammen auf einer Mission zu sein. Mit Zello kann man beliebig viele Nutzer in einem Kanal vereinen. Wer etwas zu sagen hat, drückt einen Knopf und ist dann für alle Teilnehmer zu hören. Das Walkie-Talkie-Feeling ist so perfekt, dass man sich zurückhalten muss, um nicht nach jedem Wortbeitrag "over and out" zu sagen. Würde man mehr Telefonkonferenzen auf Zello organisieren, könnte man viel Zeit sparen, und die Welt würde ein besserer Ort.
Tillmann Prüfer, Style Director des ZEITmagazins

45 ISS Spotter

Zeigt die Flugbahn der Internationalen Raumstation (ISS) an

Diese App hat mir mein Onkel vor einer Weile im Urlaub in Südtirol gezeigt. Man verfolgt die ISS in Echtzeit auf dem Bildschirm und weiß so genau, wann sie über einem selbst unterwegs ist. Als er sie mir vorführte, war es bereits dunkel, zufälligerweise flog die ISS dann zehn Minuten später genau über unseren Köpfen entlang. In diesem Moment hat man das verrückte Gefühl, live im All dabei zu sein und eine Verbindung zu denen da oben zu haben. Ich habe sogar gewinkt! Die App zeigt auch, wie unglaublich schnell die ISS fliegt: in zehn Minuten von New York nach Rom.
Claire Beermann, ZEITmagazin-Redakteurin

46 SoundHound

Erkennt Lieder – sogar selbst gesungene

Vor einer Weile war ich beim Tag der deutschen Zukunft in meiner Heimatstadt Goslar. Der Tag der deutschen Zukunft ist ein Aufmarsch von Neonazis. Sie schrien: "Nationaler Sozialismus, jetzt, jetzt, jetzt!" Ein Redner versprach, bestimmte Politiker "ausmerzen" zu wollen. Schwarz-rot-weiße Fahnen wurden gewedelt. Wenn man sich mit Retro-Phänomenen nicht so auskennt, kann man auf Wikipedia nachschauen: Ah, die Flagge des Deutschen Reichs! Aber was war das für ein Marsch, der da während der Demo dröhnte? Wussten die anderen Journalisten auch nicht. "Schon mal gehört, aber ..." Also schnell das Handy gezückt, in die Luft gehalten, und siehe da: Preußens Gloria, in der Einspielung des Luftwaffenmusikkorps 1 (einer Institution der Bundeswehr, also demokratisch. Seltsam, dass die Nazis hier Kompromisse machen). Musikerkennungs-Apps wie SoundHound erleichtern mir die Arbeit wie sonst nichts. Auch privat nutze ich sie ständig. Besonders toll an SoundHound: Die App identifiziert auch Lieder, die man selbst ins Handymikro singt. Das klappt recht ordentlich bei den großen Hits von Frank Sinatra, Doris Day und den Beatles, nicht ganz so zuverlässig bei Rammstein, Tocotronic oder Preußens Gloria.
Oskar Piegsa, Chefredakteur von ZEIT CAMPUS

47 kicker Fußball News

Hilft dem Fan dabei, ein Spiel per Liveticker zu verfolgen

Liveticker sind für Fußballfans das, was Marzipankartoffeln für Menschen auf Diät sind: Lust und Leid zugleich. Wer gerade keine Gelegenheit hat, ein Spiel seines Teams im Fernsehen zu verfolgen – beispielsweise im Zug, auf Wanderungen, beim Elternabend oder bei Sitzungen der Chefredaktion –, ist auf diese Form der Berichterstattung existenziell angewiesen. Der App-Möglichkeiten sind viele – aber nach zahllosen nervenaufreibenden Echtzeit-Tests ist meine Entscheidung gefallen: Ich leide mit der kicker-App. Ihre klare Struktur sortiert den Spieltag vertikal nach Ligen (auch die dritte Liga ist dabei, Sie wissen schon, der Karlsruher SC), horizontal stehen diverse Ablenkungen bereit (Tabelle, Wechselbörse, Social Media, Statistiken und so weiter).

Die erlösenden oder niederschmetternden Push-Nachrichten schlagen mit geradezu literarischer Präzision ein: "0:1, Tor für Fürth, Gugganig, Wittek, Kopfball" (Übersetzung für Unkundige: Gugganig ist in diesem Fall der Torschütze, Mitspieler Wittek der Vorlagengeber, der Treffer fiel durch einen Kopfball). Bei schlechtem Empfang erscheint ein platter Fußball mit der Zeile: "Luft raus?!" Für die Euphorieabkühlung oder Trauerarbeit gibt’s bei Bedarf in den unteren Scrollgebieten auch noch die Rubriken "Eishockey" und "Auto".
Moritz Müller-Wirth, stellvertretender ZEIT-Chefredakteur

48 Sleep Talk Recorder

Zeichnet auf, was man im Schlaf so von sich gibt

Der Sleep Talk Recorder ist eine App, die ich schon seit ein paar Jahren sehr gern und zu meiner Belustigung (und der Belustigung anderer) nutze. Sie zeichnet schonungslos auf, was man während des Schlafs so von sich gibt. Das Ergebnis am nächsten Morgen ist eine Audiodatei, deren Inhalt mal peinlich, mal lustig, mal dada ist. Irrelevante Geräusche, zum Beispiel Atmer oder das Knarzen der Matratze, entfernt die App automatisch. Als Kind bekam ich von meiner Mutter immer wieder zu hören, ich würde im Schlaf reden. Meist nur Silben ohne Zusammenhang, hin und wieder aber auch ein trauriges "Nein" oder ein beherztes "Ich mach das jetzt". Keine Ahnung, wen oder was ich damit meinte. Weil ich heute, als Erwachsener, im Schlaf immer noch nicht leise bin, ist der Sleep Talk Recorder genau das Richtige für mich. Die kuriosesten Schlaf-Mitschnitte kann man über die App teilen mit anderen Freunden der Somniloquie – so nennen Schlafmediziner das Phänomen.
Marcel Laskus, Autor im ZEIT-Ressort "Z"

49 Fantastical

Macht aus dem mittelmäßigen Kalender einen Profikalender

Endlich muss ich nicht mehr mühsam Start- und Endzeiten von Ereignissen auswählen, sondern kann Ereignisse einfach so anlegen, wie ich sie ausspreche: "Morgen um zehn Uhr Meeting mit Luisa in der Potsdamer Straße 133." Die App erstellt dann automatisch ein Ereignis mit dem Titel "Meeting mit Luisa", morgen um zehn. Die Adresse wird hinterlegt, sodass ich mit einem Klick Google Maps öffnen kann, um dorthin zu finden.
Hannes Schrader, Redakteur ZEIT Campus ONLINE

50 The Weather Channel

Sagt das Wetter für die nächsten 15 Tage voraus – von München bis Moskau

Vorsicht. Wenn das Wetter einen so großen Einfluss auf Ihre Stimmung hat wie auf meine, kann diese App das Aufstehen sehr viel schwieriger machen. Sobald ich morgens auf dem Regenradar die Schauer sehe und in der 15-Tage-Vorhersage nur Grau, Grau und Grau, will ich einfach liegen bleiben. Aber dafür kann die App ja nichts: Die ist unter der Vielzahl von Wetter-Apps und -Internetseiten die beste, die ich bisher gefunden habe. Und gegen die Frustration am Morgen habe ich einfach das Moskauer Wetter zu meiner Städteliste hinzugefügt. Dagegen sieht es in München immer gleich viel besser aus.
Mirko Borsche, Creative Director des ZEITmagazins

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