Uwe Dziuballa "Von außen sieht es so aus, als wäre Chemnitz gerade im Krieg. Aber wir leben hier ganz normal"

© Christoph Voy
Aus der Serie: Ich habe einen Traum ZEITmagazin Nr. 38/2018

Ich habe mich früher in Belgrad zu Hause gefühlt, danach in Köln und Tel Aviv. Chemnitz ist klein dagegen. Inzwischen mag ich das. Eine Stadt kann zehn Theater haben – ich schaffe es sowieso nicht, mehr als eins zu besuchen. Meine Familie ist hier, meine Freunde sind hier, und in meinem Schalom, dem einzigen koscheren Restaurant der Stadt, trifft sich die ganze Welt. Früher habe ich mit meinem Bruder jüdische Kulturveranstaltungen organisiert – irgendwann mussten wir aber auch Geld verdienen. Deswegen haben wir gemeinsam dieses Restaurant eröffnet.