© Silvio Knezevic

Rehragout mit Aprikosen Wild und süß

Ein Rezept von
Aus der Serie: Wochenmarkt ZEITmagazin Nr. 47/2018

Neulich habe ich Waschbärengulasch gegessen – köstlich (vollkommen legal auch, habe ich nachgeguckt). Aber ich will die Zutatenlisten auf dieser Seite ja gern simpel halten, also gibt es Reh. Ich muss vorwegsagen, wenn Sie zu den Menschen gehören, die jetzt schon genervt sind, weil die ersten Tannenzweige in den Bahnhöfen hängen – kochen Sie dieses Rehragout nicht. Es schmeckt ein bisschen wie Adventssingen. Nichts für Minimalisten. Dabei ist es ein Minimalist unter den Rehragouts, denn ich gebe weder Johannisbeergelee noch Schokolade, noch Ingwer dazu. Nur ein paar Nelken sowie Aprikosen und am Ende etwas Orangenschale, sodass die dunkle Soße leicht süß wird.

In einem großen Topf mit schwerem Boden die Butter in dem Öl schmelzen lassen. Fleisch dazugeben und von allen Seiten anbraten. Sellerie schälen und in kleine Würfel schneiden. Möhren putzen und würfeln. Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Fleisch aus der Pfanne nehmen und beiseitestellen. Gemüse im verbliebenen Fett anbraten, eventuell etwas Öl hinzugießen. Lorbeer, Pfeffer, Nelke und Salz dazugeben und unter Rühren ungefähr 5 Minuten lang etwas Farbe annehmen lassen. Fleisch wieder beifügen. Mit Rotwein ablöschen, Flüssigkeit verdampfen lassen, dann Wasser dazugießen. Aprikosen klein schneiden und dazugeben. Alles bei geschlossenem Deckel ungefähr 1,5 Stunden lang bei niedriger Temperatur simmern lassen. Ab und zu umrühren; falls notwendig, Wasser nachgießen. Mit Salz abschmecken. Zum Schluss Orange abreiben und die Schale dazugeben (sie muss sehr fein gerieben sein). Kartoffeln sind eine gute Beilage fürs Ragout.

Rehragout mit Aprikosen

Zutaten für 2 bis 3 Personen: 1 EL Butter, etwas neutrales Öl (zum Beispiel Raps- oder Sonnenblumenöl), 500 g Rehfleisch (aus der Schulter, in mundgerechte Stücke geschnitten), 1 kleine Sellerieknolle (geputzt ca. 150 g), 150 g Möhren, 2 mittelgroße Zwiebeln, 1 Lorbeerblatt, 1 Prise schwarzer Pfeffer, 1 Messerspitze gemahlene Nelke, 1 TL Salz, 200 ml Rotwein, 200 bis 300 ml Wasser, 10 getrocknete Aprikosen, Schale von ½ Bio-Orange

Kommentare

14 Kommentare Seite 2 von 2 Kommentieren

Wild mit Wurzelgemüse und Obst.
Liebe Frau Raether, das enttäuscht mich jetzt etwas.
Simpel ist ja prima, aber simpel-konservativ?
Hat das Reh das verdient?
In meinem Lieblings-Gasthof kommt das Reh als Schnitzel daher und liegt sehr entspannt neben einer Pfütze Calvados-Sauce. Das hat was. Wild und Frucht, aber dezent und pur.
Die Orangenschale wird das arme Viech wohl erdrücken, wenn es eine gute Bio-Orange ist, die Sonne und Geschmack intus hat.

"In meinem Lieblings-Gasthof kommt das Reh als Schnitzel daher und liegt sehr entspannt neben einer Pfütze Calvados-Sauce."
Das ist aber nicht die einzige Möglichkeit, Reh zu servieren . Zumal nicht alle Teile zu Schnitzel verarbeitet werden können.
Jeder Jäger ist dankbar, wenn man ihm nicht nur Keule oder Filets abnimmt, sondern alles, eben auch die Schulterstücke fürs Gulasch. Passt schon.