Deutschland: Buchhandlungen

Weihnachten ist Buchsaison und noch gibt es Buchläden. Aber wo und wie viele? Und wie unterscheidet sich die Ladendichte in Ost und West? Von
Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 52/2018

Weihnachten ist Buchsaison und noch gibt es Buchläden. Aber wo und wie viele? Und wie unterscheidet sich die Ladendichte in Ost und West?

Weihnachten ist Buchsaison und noch gibt es Buchläden. Aber wo und wie viele? Und wie unterscheidet sich die Ladendichte in Ost und West?

Quelle: Adressbuch des deutschen Buchhandels und eigene Berechnungen © Laura Edelbacher


Jetzt, kurz vor Weihnachten, kann es in den Buchläden ganz schön eng werden. Schließlich sind Bücher das beliebteste Weihnachtsgeschenk. Jeder dritte Deutsche möchte laut einer Umfrage wenigstens eines verschenken. Unsere Karte zeigt, in welchen Städten man theoretisch am entspanntesten stöbern kann, weil die Buchladen-Dichte dort am höchsten ist. Es ist erwartungsgemäß dort, wo viele Studenten leben: in Heidelberg, Göttingen und Würzburg. Mehr als 15 Buchläden je 100.000 Einwohner finden sich hier. Die Zahl haben wir mithilfe einer Datenbank des deutschen Buchhandels ermittelt, in der fast alle Buchläden registriert sind. Es gibt auch Überraschungen in der Statistik. Etwa, dass Darmstadt die Buchmessestadt Frankfurt schlägt und Cottbus Leipzig, das auch eine Buchmesse hat. Oder, dass die Autostadt Ingolstadt mit dem kulturbeflissenen München mithält. Noch gibt es 6000 Buchhandlungen, etwa 100 verschwinden pro Jahr. Nur die Hälfte aller Bücher wird heute in Läden gekauft, das Geschäft lohnt sich nicht mehr so. Und immer mehr Leute gucken lieber Netflix-Serien, als Bücher zu lesen.

Kommentare

41 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Ist alles völlig richtig.

Ich bin seit Jahren ebook-Leser und im Vergleich zum Kindle waren damals viele andere Reader einfach nichts. Jetzt habe ich den dritten oder gar vierten Kindle und bin immer noch zufrieden. Allerdings habe ich mir letztens den neuesten Tolino angesehen und bin beeindruckt. Schon alleine wegen der "Onleihe" der Stadtbücherei werde ich mir einen zulegen, wenn der kindle seinen Geist aufgibt.
Zum Glück hat man "Backups" der Amazon-Bücher.

Danke für die Tipps. Um die 5 Buchhandlungen beneide ich Sie. In einer Stadt mit knapp 110 000 Einwohnern haben wir zwei Großhändler und den besagten kleinen. Für mehr Auswahl müsste ich 20 km in die nächste Großstadt fahren.

"Mein Buchhändler vor Ort kann das übrigens auch, inzwischen. Die sind an Libri angeschlossen, und Libri bietet den Buchhändlern inzwischen auch einen Online-Shop an. Dort kaufe ich meine E-Books und recherchiere in deren Katalog nach englischen Büchern. "
Die hiesigen können das zwar auch, nur ist Recherche gerade nach englischen Büchern und e-books auch von Zuhause möglich, auf die 15 Km entfernte nächste Buchhandlung bin ich nicht angewiesen, auf amazon allein übrigens auch nicht, wenn es um gedrucktes geht.
Und manches, was in meine Interessengebiete fällt, kann keine Buchhandlung kurzfristig liefern, weder als e-book noch auf Papier.

„Und bei uns auf dem Lande ist der örtliche Buchhandel schneller als Amazon (12 Stunden, das schafft Amazon nie).“

Ich würde sagen, dann haben Sie besonderes Glück. In Berlin kann der Buchhandel i.dR. für mich nicht mit Amazon Schritt halten. Gipfel meiner Negativerfahrung war eine Bestellung eines englischsprachigen Sachbuches über Libri vor knapp zwei Jahren: Nach acht Wochen und einigen Telefonaten habe ich entnervt storniert und bei Amazon bestellt. Ich hatte das Buch nach vier Tagen.

Ich möchte eigentlich Amazon boykottieren, der deutsche Buchhandel macht es einem zuweilen aber nicht einfach.

"Gipfel meiner Negativerfahrung war eine Bestellung eines englischsprachigen Sachbuches über Libri "

Verlags- und Auslandsbestellungen können allerdings bei Libri etwas dauern, je kleiner der Verlag, umso länger...

Ich gestehe, dass ich englische Bücher, die bei Libri nicht gelistet sind (bei Belletristik sehr selten), auch bei Amazon DE oder UK bestelle. Allerdings habe ich gestaunt, dass Libri sogar aktuelle Bühnenstücke aus UK im Angebot hat (und nicht die, die jedes zweite Gymnasium im Unterricht verwendet).

Da ich selbst im Buchandel gearbeitet habe , sehe ich auch viel ungenütztes
Potenzial und kurzsichtiges Handeln.

In Bezug auf Fremdsprachenbücher stimme ich meinem Vorredenr zu .
Der Buchhandel bei den grösseren Ketten entwickelt sich immer mehr
zum Verkauf von Ramschartikeln.

Anstatt sich mehr dem Service zuzuwenden und mehr Öffentlichkeits-
arbeit mit Lesungen zu gestalten.