Robotik Mirko Borsche schreibt einen Brief mit einem Roboterarm

© Robert Poll
Aus der Serie: Unter Strom ZEITmagazin Nr. 53/2018

Falls Sie noch auf der Suche nach einem witzigen Weihnachtsgeschenk sein sollten, das nicht nützlich oder praktisch ist, empfehle ich Ihnen den Roboterarm von Line-Us. Ein Spielzeug, das niemand braucht, aber glücklich macht. Die englischen Macher nennen es liebevoll "Linus". So als handelte es sich um einen kleinen Menschen.

Packt man es aus, hält man ein kleines, weiß-rotes Gerät mit einem dünnen, schwarzen Schwenkarm in der Hand. Ein bisschen erinnert es an ein Ladegerät von Apple. Per USB-Stick verbindet man es mit der Steckdose, per App mit seinem Laptop oder Tablet. Sobald man in der App etwas zeichnet, macht der Arm die Bewegungen nach. Er kann Stifte in verschiedenen Größen und sogar Pinsel halten, mit denen er die virtuelle Zeichnung nachmalt. Man kann diese auch speichern, um sie später nachzeichnen zu lassen oder zu duplizieren. Man muss nur einen Block, einen Bogen Papier oder etwas anderes zum Bekritzeln unter "Linus" legen.

Natürlich könnte man fragen, wozu ein Roboterarm etwas zeichnen sollte, was man auch einfach ausdrucken kann. Aber beim "Linus" liegt der Charme im Unperfekten. Einerseits benutzt es moderne Technologie, andererseits ahmt es etwas Menschliches nach. Selbst gemachtes Geschenkpapier, handgezeichnete Comics oder persönliche Grußkarten sehen per Roboter gemalt gleich viel persönlicher aus.

Ich habe damit einen "handgeschriebenen" Brief verfasst, um den mich ein Magazin gebeten hat. Auf dem iPhone gezeichnet, sah die Vorlage ziemlich krakelig aus. In den Schwenkarm habe ich einen dicken Filzstift geklemmt. Am Ende kam ein Dokument mit dicker Filzschrift heraus. Linus hat seine Arbeit gut gemacht.

Technische Daten:

Größe: 97 x 25 x 79 mm
Gewicht: 150 g
Zeichenbereich: 60 x 90 mm
Preis: 97,50 Euro

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