Deutschland: Weihnachtsbäume

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 53/2018

Weihnachtsbäume

Quelle: Atlas zur deutschen Alltagssprache (Elspaß/Möller) © Laura Edelbacher


Das Lied O Tannenbaum stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Heute müsste es eigentlich vielerorts umgeschrieben werden – zu "O Weihnachtsbaum". Zumindest nennen die meisten Deutschen die beliebteste Wohnzimmerdekoration zum Fest nicht Tannen-, sondern Weihnachtsbaum. So sagt man vor allem nördlich der Mainlinie, die ja für einige Begriffe und Dialekte eine entscheidende Grenze markiert. Südlich davon dominiert die Bezeichnung Christbaum, was sicher auch daran liegt, dass christliche Traditionen hier stärker verwurzelt sind als im Rest des Landes. An der Ausbreitung des Wortes Weihnachtsbaum kann man also den Ausdruck einer immer konfessionsloser werdenden Gesellschaft sehen. Wer einfach nur Tannenbaum sagt, hat die Alltagserfahrung auf seiner Seite, dass der meistverkaufte Weihnachtsbaum eine Tanne ist. Genauer gesagt: die Nordmanntanne. Erst an zweiter Stelle kommt die Fichte. Das Gute am Begriff Weihnachtsbaum ist, dass man sich in praktisch allen Bundesländern auf ihn einigen kann. Nur die Bayern fallen mal wieder aus der Reihe.

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