Musikgeschmack Lieblingslieder

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 1/2019

© Laura Edelbacher

Wer denkt, überall in Deutschland komme die gleiche Chart-Musik aus Boxen und Smartphone-Kopfhörern, täuscht sich. Unsere Karte basiert auf den Daten des größten Musik-Streamingdienstes Spotify und zeigt, dass die Geschmäcker regional unterschiedlich sind – auch wenn wir hier nur Großstädte abbilden. Lediglich für den Hit In My Mind von Dynoro und Gigi D’Agostino, eine Dance-Nummer, begeistert man sich praktisch überall. Stilistisch dominiert Rap die Liste der neun erfolgreichsten Songs, auffallend beliebt ist Gangster-Rap. In Neymar heißt es: "Wenn die Kripo mich sucht / Versteck ich mich bei Freunden / Ich geh los, bedroh den Zeugen." Man fragt sich, was man daran in Wiesbaden, Oberhausen, Fürth, Bottrop und Salzgitter so gut findet. In Köln, Neuss und Offenbach drehen sich die Fantasien um schwere Sportwagen, dort ist 500 PS die Nummer eins, im zugehörigen Video werden zum Motorensound schwere Schusswaffen abgefeuert. Wenigstens die Göttinger hören am häufigsten einen Song mit dem Wort Liebe im Titel – auch wenn Was du Liebe nennst nicht gerade romantisch klingt.

Kommentare

11 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Hängt auch immer von der Bevölkerung der Gebiete ab. In eher strukturschwachen Gebieten mit hohem Migrationshintergrund unter den jungen Leuten (Ruhrpott, Speckgürtel Frankfurt) steht der ebenfalls stark migrantisch geprägte Gangsterrap hoch im Kurs. An Unistädten wie Tübingen, Göttingen oder Freiburg hören die Leute eher sowas wie Casper oder Bausa und im Osten Helene Fischer.