Deutschland: Aufklärung von Straftaten

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 5/2019

Quelle: PKS Bundeskriminalamt, 2017, V1.0

Machen Polizisten in Trier, Offenbach oder Augsburg ihre Arbeit besser als ihre Kollegen in Berlin, Bonn oder Halle? Diese Erklärung für unsere Karte, die die Aufklärungsquoten aller Straftaten pro Großstadt zeigt, wäre zu einfach. Denn ob ein dringend Tatverdächtiger ermittelt wird, hängt entscheidend davon ab, welche Straftat er begangen hat: Morde zum Beispiel werden fast immer aufgeklärt, Taschendiebstähle fast nie. Wo es also viele Taschendiebstähle gibt, ist die Quote schlechter. Die Polizei in Berlin, mit 44,2 Prozent das Schlusslicht in der Statistik, weist darauf hin, dass Berlin anonymer sei als kleinere Städte und es hier relativ viele professionell und international agierende Täter gebe. Man möchte einwenden, dass auch München oder Frankfurt am Main keine Kleinstädte sind, in denen jeder jeden kennt. In Trier entkommen Straftäter am seltensten. Die Polizei in Trier sagt, die Quote sei vor allem deshalb so hoch, weil sich in der Stadt die größte rheinland-pfälzische Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende befinde, und Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylgesetz ließen sich nun mal leicht aufklären.

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