Formbox Mirko Borsche stellt eine Skulptur in Bananenform her

© Mayku
Aus der Serie: Unter Strom ZEITmagazin Nr. 6/2019

Je digitaler unsere Gesellschaft wird, desto mehr Menschen scheinen sich danach zu sehnen, Dinge selbst herzustellen. Vielleicht weil es ihnen Befriedigung verschafft, einen selbst gemachten Aschenbecher, Stiftehalter oder Anhänger in Händen zu halten. Deshalb habe ich eine Maschine ausprobiert, die Formen für solche Objekte herstellt. Die sogenannte Formbox von Mayku.

Sie wird an einen Staubsauger angeschlossen und besteht aus drei Platten, zwei oben, eine unten. Auf die untere legt man das Objekt, dessen Form man kopieren will. Ich wollte zusammen mit unserem Schülerpraktikanten Joschi eine Skulptur aus Obst machen, also packten wir zwei Bananen darauf, die einen Kreis ergaben. Dann legten wir eine Plastikfolie in die obere Halterung der Maschine ein. Die Folie wurde von der obersten Platte erhitzt und dadurch sehr weich, dann haben wir sie auf die untere Platte geschoben. Der angeschlossene Staubsauger entzog gleichzeitig die Luft, sodass das Plastik die Form der Bananen annahm. Nach einigen Sekunden erkaltete es, und wir hatten eine Gussform für eine Bananenskulptur (in dem Bild oben sieht man die frisch gegossene Form einer Blumenvase).

Die selbst gemachten Formen kann man mit Ton, Beton, Schokolade oder sogar Seife füllen. Die Flüssigkeiten dürfen nur nicht zu heiß sein, sonst verzieht sich das Plastik. Wir haben versucht, einen Aschenbecher in Form einer Zigarettenpackung herzustellen, aber die Originalpackung verschmolz mit der heißen Folie. Für erfahrene Designer von handgemachten Dingen, die diese etwa auf der populären Website Etsy verkaufen, mag so etwas kein Problem sein. Ich habe es nicht geschafft, damit das Objekt meiner Träume herzustellen.

Technische Daten:

Größe: 46,6 x 27,4 x 31,5 cm

Arbeitsfläche: 15 x 15 cm

Gewicht: 13 kg

Preis: 699 Euro

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