Fensterputzroboter Mirko Borsche lässt seine Fenster von einem Roboter putzen

© Ecovacs Robotics
Aus der Serie: Unter Strom ZEITmagazin Nr. 7/2019

Meine neun Monate alte Tochter Maria liebt es, aus unserem bodentiefen Wohnzimmerfenster zu schauen und sich dabei mit ihren Händen abzustützen, um die Nachbarn zu grüßen. Das Fensterglas ist deshalb auf 40 Zentimeter Höhe dauerverschmiert; kaum hat man es geputzt, entdeckt man am nächsten Tag wieder lauter kleine Fingerabdrücke darauf. Der Fensterputzroboter Winbot X von Ecovacs schien die perfekte Lösung für ein lästiges Problem zu sein: Er ist handlich, vollautomatisch und soll Fensterputzen laut Hersteller "zum Kinderspiel" machen.

Der Roboter sieht aus wie eine Scheibe. Man lädt ihn auf, sprüht das Tuch auf der Putzfläche mit Reinigungsspray ein, schaltet ihn ein und setzt ihn auf die Scheibe. Er saugt sich fest und beginnt, das Fenster in Bahnen abzufahren; kleine Sensoren weisen ihm den Weg. Damit er nicht abstürzt, ist er durch ein Stahlseil mit einem Saugnapf verbunden. Dieser löst Alarm aus, wenn die Haftung an der Scheibe nachlässt. So soll sichergestellt werden, dass nichts kaputtgeht. Den Roboter während des Putzens ganz allein zu lassen und aus dem Haus zu gehen würde ich trotzdem nicht empfehlen.

Unsere Fenster sind 4,50 Meter hoch. Normalerweise brauchen wir eine Leiter, um die oberen Stellen zu putzen, und müssen uns hinknien, um an die unteren Stellen heranzukommen. Der Winbot X hat uns diese Arbeit erspart. Alles war sauber, immerhin. Ob sich die Anschaffung auch für Wohnungen mit kleineren Fenstern lohnt, kann ich schwer sagen, er ist ja sehr teuer. Maria jedenfalls mag den Roboter überhaupt nicht. Die Saug- und Putzgeräusche scheinen ihr Angst zu machen. Vielleicht betatscht sie die Fenster einfach zu gerne und fühlt sich in ihrer künstlerischen Freiheit eingeengt.

Technische Daten:

Größe: 24,5 x 24,5 x 10,9 cm

Gewicht: 1,8 kg

Geräuschlevel: 74 dB

Preis: 491,95 Euro

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