Deutschland: Hausschuhe

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 9/2019

Quelle: Atlas zur deutschen Alltagssprache (Elspaß/Möller) © Laura Edelbacher

Die vielen unterschiedlichen Namen für Hausschuhe erinnern ein bisschen an Kosenamen für den Partner. Wer Schatz, Mausi oder Engel sagt, der hat auch mit Puschen, Schlappen und Patschen kein Problem. Und wahrscheinlich freuen sich viele nach einem langen Arbeitstag ja genauso darauf, die Hausschuhe anzuziehen, wie die oder den Liebsten zu sehen. Am geläufigsten sind die Bezeichnungen Pantoffeln (Westen, Osten und Bayern), Puschen (Norden und Westen), Latschen (Osten) und Schlappen oder Schlapfen (Südwesten). Die Pantoffeln sind auf das französische Wort pantoufle zurückzuführen. Die Puschen leiten sich wohl von dem polnischen papuć ab, was ebenfalls Hausschuh heißt. Die Latschen wiederum verweisen auf das Adjektiv latsch, also schlaff oder nachlässig gehend. Und in den Schlappen steckt das Wort schlapp, das nicht nur umschreibt, wie man sich häufig nach Feierabend fühlt, sondern vermutlich auch auf die lockere Trageweise von Hausschuhen anspielt. Eines kann unsere Karte allerdings nicht klären: wo die Unsitte herkommt, Puschen mitzubringen, wenn man jemanden besucht.

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