Zuhören "Papa, du hörst mir gar nicht zu!"

© Aline Zalko
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Aus der Serie: Prüfers Töchter ZEITmagazin Nr. 10/2019

Heute möchte ich an dieser Stelle über ein wichtiges Thema schreiben, das Einander-Zuhören. Es ist so wichtig, dass Eltern ihren Kindern zuhören und andersrum. Nur dadurch kann man wirklich verstehen, was im jeweils anderen vorgeht. Voraussetzung für das Zuhören ist es, einander ausreden zu lassen. Wenn man lernt, einanDU, PAPA! ICH HAB HUNGER! ICH WILL JETZT WAS ESSEN! PAPA! MACHST DU MIR EIN NUTELLA-BROT?! Juli, siehst du nicht, dass ich hier gerade über ein wichtiges Thema referiere? Ich erkläre gerade, wie wichtig es ist, dass wir anderen zuhöDU HAST MIR ABER VERSPROCHEN, DASS DU MIR EIN NUTELLA-BROT MACHST! Ich habe gar nichts versprochen, ich habe vorhin lediglich gesagt, dass du erst einmal etwas Gesundes essen sollst und man höchstens vielleicht später ein Nutella-Brot essen könDU HAST DAS VERSPROCHEN, UND VERSPROCHEN WIRD NICHT GEBROCHEN! Juli, du hast mir nicht zugehört, ich mach dir später noch ein Nutella-Brot, aber jetzt habe ich keine Zeit, ich erkläre hier gerade, wie wichtig es ist, zu warten, bis jemand zu Ende geredPAPA, DER JURI HAT HEUTE IN DER KITA ERZÄHLT, DASS AUF DEM FRIEDHOF MONSTER WOHNEN UND DIE NACHTS RAUSKOMMEN! Da hat Juri dir nur Angst machen wollen, auf dem Friedhof wohnen Eichhörnchen, aber keine Monster. Also, wo war ich ... Es ist meiner Meinung nach wichtig, dass man in der Familie einander zuhört – und auch stets darauf achtet, dass man wirklich verstanden hat, was der jeweils andere meint. Viel zu oft glaubt man zu wissen, was das Gegenüber sagen will, und fällt ihm ins WoPAPA? GIBT ES MONSTER?rt. Das führt dazu, dass Eltern einander nur noch ihre vorgefassten Meinungen an den Kopf werfen und kein wirklicher Austausch mehr stattfindet. Und das ist natürlich auch schlecht für die Kinder. Kinder schauen sich das Verhalten ihrer Eltern ab, und wenn die Eltern ihnen die falsche Kommunikationskultur vorlebPAPA!? GIBT ES MONSTER?!en, dann lernen sie nicht, einander zuzuhören, sondern den anderen ständig zu unterPAPA?! GIBT ES JETZT MONSTER ODER NICHT!?brechen.

Deswegen können Eltern einander eigentlich gar nicht aufmerksam genug lauschen. Es ist sinnvoll, sich dem Gegenüber deutlich zuzuwenden, wenn es etwas erzählt, um auch den Kindern zu signalisieren, dass man einander respektvoll begegnet. Es ist überhaupt nicht angebracht, nebenher etwas anderes zu tun oder sogar währenddessen auf dem Smartphone zu tipPAPA!pen. Denn das zeigt den Kindern nur: Was jemand sagt, ist nicht so wichtig, wichtig ist nur, für was er sich gerade interessPAPA, DU HÖRST MIR GAR NICHT ZU!iert. Damit ist man seinen Kindern ein schlechtes Vorbild. Man kann also mit dem eigenen umsichtigen Verhalten am besten Sorge dafür tragen, dass die eigenen Kinder einmal gute ZuhöPAPA!rer ... Oh Mann, Juli!!!! Es gibt keine Monster!!!!! Es gibt sie einfach nicht, kapiert?!!! Und ja, ich schmier dir jetzt auch dein Nutella-Brot!!!!

DAS WOLLTE ICH JA GAR NICHT SAGEN! GRETA STEHT DRAUSSEN VOR DER TÜR UND KOMMT NICHT REIN, WEIL SIE KEINEN SCHLÜSSEL HAT! Juli! Warum hast du das denn nicht gleich gesagt?!

Kommentare

7 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Es ist aber auch sauschwer für so ein Zwutzel zu erkennen, dass es auch an diesem kleinen Kasten in der Hand wichtige Sachen gibt die fertig gemacht werden wollen.
Seitdem ich klipp und klar sage, ich muss das und das fertig machen und auch laut vorlese was ich da grad in textform von mir gebe, gehts besser. Wenn eltern grad mit jemandem persönlich spricht oder am Kloputzen ist, ist es für so kleine ja auch ersichtlich dass man da keine Brote schmieren kann.

Und um diese andere kleine in Schutz zu nehmen, im Vergleich zu Nummer 1 bei uns ist Nummer 4 von kleinst auf gewöhnt dass wenn fräuleinchen was will dann muss man das der Welt sehr sehr klar verständlich machen, sonst geht es unter. Schon 4 Monate alte können sich hervorragend wehren, wenn sie es denn müssen, und mit 3 großen oben drüber geht das schnell :) sonst werden dreckige Socken gegen die ersehnten Gummibärli eingetauscht.