App Enlight Pixaloop Mirko Borsche bearbeitet ein Bild und lässt die Wellen brechen

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Aus der Serie: Unter Strom ZEITmagazin Nr. 11/2019

Kennen Sie das? Sie folgen einigen alten Schulkameraden auf Instagram und denken: "Die sehen ja schlank und frisch aus!" Überhaupt sieht alles viel besser aus als gedacht – was für tolle Kinder, Häuser, Reisen und so weiter. Ihr wahres Leben zeigen meine alten Bekannten natürlich nicht. Die wenigsten stellen sich in den sozialen Medien so dar, wie es der Wirklichkeit entspricht. Mithilfe von Instagram-Filtern zaubern sie ihre Falten weg, frischen die Farben ihrer Fotos auf oder verpassen sich ein paar niedliche Hasenohren.

Die App "Enlight Pixaloop" setzt da einen drauf. Man kann damit Fotos animieren. Nehmen wir zum Beispiel ein Foto von meinem letzten Strandurlaub: Hinter mir sieht man den weiten Himmel und das Meer. Mit der App kann man die Wellen rollen lassen. Oder Wolken einfügen, die langsam am Horizont vorbeiziehen. Oder man setzt ein kleines Feuer ein, das am Strand brennt. Und zack, da fliegt noch ein Schwarm Schmetterlinge an mir vorbei!

Um zum Beispiel die Wellen-Animationen einzufügen, fährt man mit dem Finger darüber, und zwar in die Richtung, in die sie sich bewegen sollen. Damit hat man einen sogenannten Pfad geschaffen. Die Wolken kann man mit dem vorprogrammierten Tool "Himmel" einfügen, das brennende Feuer mit dem Button "Elemente". (In der kostenlosen Version sind einige Funktionen nicht vorhanden.) Das animierte Bild kann man dann als Video auf Social-Media-Plattformen wie Twitter, Facebook oder Instagram exportieren – einstellen muss man nur, wie lang es sein soll, welches Format es haben soll und welche Qualität.

Schon seltsam: Trotz dieser Special Effects, kommen mir die Bilder in ihrer Überdrehtheit irgendwie ehrlicher vor.

Technische Daten:

Anbieter: Lightricks

Kompatibilität: iPhone, iPad

Größe: 137,4 MB

Preis: 3,99 Euro/Monat

Kommentare

7 Kommentare Kommentieren

"Wer Handy-Knipsen und Fotografieren in einen Topf schmeißt- und seine Bilder verfälscht, dessen Fotos würde ich nicht sehen wollen."
Die modernen Smartphones bieten oft so viele Einstellungsmöglichkeiten wie eine nicht mehr ganz so moderne Bridge oder sogar dslr.
Die meisten nutzen die Smartphones nicht in den Möglichkeiten, die sie eigentlich bieten, sondern knipsen. Mehr bekomme ich persönlich mit dem schon recht guten Möglichkeiten des Smartphones nicht hin.
Nachbearbeitungen, Animationen, Spielereien mit Bildern betreibe ich seit Jahren am PC. Ist erstmal nichts Verwerfliches dran. Soll das jedoch zur besseren, gefakten Eigen- oder Außendarstellung dienen- na ja, ist der Zug der Zeit. Auf den Waggon muss man ja nicht aufspringen.