Deutschland Abiturquote

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 15/2019

Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Deutschland, 2019, eigene Berechnungen © Laura Edelbacher

Sind die Schüler in Frankfurt an der Oder, Jena oder Potsdam schlauer als jene in den Landkreisen Bayreuth, Würzburg oder Landshut? Unsere Karte zeigt den Anteil der Abiturienten an den Schülern, die 2017 an allgemeinbildenden Schulen ihren Abschluss machten, also etwa an Haupt- und Sekundarschulen und Gymnasien. Es fällt auf: Die Spanne der Quoten ist gewaltig – sie reicht von elf bis 58 Prozent. Und im Norden wird das begehrte Zeugnis häufiger verteilt als im Süden. Schon lange beklagen Universitäten das niedrige Bildungsniveau ihrer Erstsemester, und der Deutsche Lehrerverband warnt, das Abitur werde immer leichter. Der Prüfungsstoff wird von den Ländern vorgegeben, und die sehen eine hohe Abiturquote als Ausweis guter Bildungspolitik. Außer in Bayern, wo das Abitur schwerer ist. An einer niedrigen Quote kann die Politik aber auch unschuldig sein: In manchen Landkreisen fehlen höhere Schulen, die Gymnasiasten pendeln in die nächste kreisfreie Stadt. Außerdem ist in den Städten der Anteil der Akademiker höher, und die schicken ihre Kinder gern aufs Gymnasium. Dass Stadtbewohner ungewöhnlich intelligent seien, sollte man aus dieser Karte also lieber nicht ablesen.

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