Küchenhäcksler: Mirko Borsche entdeckt einen Küchenhäcksler und fühlt sich wie im Krimi

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Aus der Serie: Unter Strom ZEITmagazin Nr. 15/2019

Es begann mit einem Geräusch. Ich war mit meiner kleinen Tochter vor einigen Wochen in Minneapolis, ich hatte uns eine Wohnung gemietet, Maria war in der Küche, als ich vom Wohnzimmer aus dieses Brummen und Rattern hörte. Klang bekannt irgendwie. Und es musste aus der Küche kommen. Trotzdem hat es sehr lange gedauert, bis ich wusste, was es ist. Maria musste an den Knopf unter der Spüle gekommen sein, auf Kniehöhe. Der Knopf hatte dieses Geräusch aktiviert, etwas, das ich aus meiner Kindheit kannte. Aus der Science-Fiction-Parodie Amazonen auf dem Mond. Es war der Küchenhäcksler. Dieses Ding unter der Spüle, in dem sich in Amazonen auf dem Mond die Krawatte eines Darstellers verfängt. Man kennt den Häcksler auch aus amerikanischen Krimis, in denen der Bösewicht versucht, die Hand seines Gegners in den Abfallzerkleinerer hineinzudrücken. Nur benutzt habe ich so einen Abfallzerkleinerer noch nie. Und nachdem ich ihn nun das erste Mal in echt vor mir hatte, musste ich das Ding testen. Klar. Ich fing an mit einer Tomate. In weniger als einer Sekunde zerkleinert. Toll. Dann eine Karotte. Eine Selleriestange. Fünf Minuten lang steckte ich alles Gemüse, was ich so finden konnte, in den Häcksler. Fünf Minuten Spaß. Bis ich anfing darüber nachzudenken, wofür das Gerät eigentlich genau gut ist. Damit die Essensreste, die man in den Abfluss spült, nicht so groß sind, dass sie diesen verstopfen. Aber würde es da nicht ein Sieb tun?

Meine Frau und ich haben so ein Sieb in der Spüle, das funktioniert bestens. Und größere Essensreste würde man doch auf den Biomüll werfen. Aber für die Filme, für den Moment, in dem die Krawatte im Zerkleinerer landet oder die Hand des Opfers – zumindest beinah –, für solche Momente ist das Gerät fantastisch.

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