© Silvio Knezevic

French Toast: Für das innere Kind

Ein Wellnesswochenende ganz ohne Brunch und Kurztrip: Diese Armen Ritter versprechen die beste Erholung aller Zeiten – einfach einweichen und braten. Von
Aus der Serie: Wochenmarkt ZEITmagazin Nr. 16/2019

Stellen Sie sich vor, es ist Ostern, und Sie haben keine einzige Verpflichtung. Ich weiß, unrealistisch. Aber man kann es sich ja mal vorstellen: kein Osterbrunch bei den Nachbarn, kein Kurztrip nach Kopenhagen, kein Wellness-Gutschein, den man noch einlösen muss. Sie müssen auch nicht noch Ihre Steuererklärung 2017 abgeben, denn das haben Sie erstaunlicherweise schon getan.

Sie haben also vier Tage Zeit, nichts zu tun. Ich kann für diese Lage dieses herrliche, total regressive Rezept empfehlen, das sich vermutlich ein Fünfjähriger ausgedacht hat. Deshalb heißt es wahrscheinlich auch Arme Ritter. Aus Gründen der Restwürde nenne ich es French Toast. Ich habe ein ähnliches Rezept vor ein paar Jahren schon mal vorgestellt, aber ich habe es verbessert. Denn jetzt werden nicht Toastscheiben gebraten, sondern Brioche oder Hefezopf. Ansonsten beschränkt sich die Zubereitung weiterhin darauf, etwas ein paar Minuten lang einzuweichen und dann anzubraten.

Und nun verrate ich Ihnen, wie Sie die Freuden eines Wochenendes ohne Verpflichtungen noch steigern können: Sie sagen alle Verabredungen ab, die Sie für die freien Tage getroffen haben. Einfach alles canceln. Wirklich, das geht. Es ist legal. Aber Vorsicht: Wenn Sie das einmal verstanden haben, werden Sie nicht mehr damit aufhören können. Es ist besser als Drogen.

Die Eier in einer Schüssel aufschlagen, mit Sahne, Milch, Zucker und Salz gut verrühren. In eine Auflaufform gießen, die Brioche-Scheiben in die Masse legen. 10 Minuten lang einweichen lassen, dann umdrehen und noch mal zehn Minuten lang einweichen lassen. Je 1 EL Butter und Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, die ersten drei Scheiben darin jeweils 2 bis 3 Minuten lang von beiden Seiten anbraten. Mit den verbliebenen drei Scheiben ebenso verfahren. Am besten mit Ahornsirup, Marmelade und/oder etwas Zucker obendrauf servieren.

French Toast (Arme Ritter)

Für 2 bis 3 Personen: 6 große Eier, 180 ml Sahne, 180 ml Milch, 50 g Zucker, 1 Prise Salz, 6 Scheiben Brioche oder Hefezopf (je 2 cm dick), 2 EL Butter, 2 EL Rapsöl, etwas Ahornsirup oder Marmelade zum Servieren

Kommentare

21 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Liebe Frau Raether,
vielen Dank für Ihr schönes Rezept! Die armen Ritter von W. Siebeck mit den alkoholisierten Rosinen und Zimt haben jetzt ausgedient! Ich lese Ihren "Wochenmarkt" immer als erstes und freue mich jedes mal über die tollen Ideen und die praxisnahe Anleitung, und dass Sie oft über den Tellerrand hinaus blicken, z.B. zu Ottolenghi und andere ...! Bitte weiter so!

Klingt interessant, nur klimaneutral ist das Essen nicht, da es Milch, Butter und Sahne enthält. Das ist keine treibhausgasfreie Küche. Bei Kühen, Ziegen und Schafen kann man durch Futteränderungen vielleicht 20% de Gase reduzieren. Vielleicht kann auch im Stall entsprechende Gase abgesaugt werden. Ob man auf Null kommt ist fraglich. Was also zu einer Ernährungsumstellung führen müsste. Dabei muss aber nicht auf Fleisch verzichtet werden. Nur auf Kühe, Ziegen, Schafe und auf Käse, Butter, Milch und Joguhrt. Hier fehlt derzeit völlig an Informationen für eine Treibhausgasfreie Küche. Vielleicht kommt dazu mal ein Buch raus oder eine Kochsendung. Am ehesten passt da vielleicht die asiatische Küche, wenn man halt keine Rindergerichte nimmt.

Das (nicht) passende Rezept zu: https://www.zeit.de/2019/...

Zitat aus dem Artikel: "Um den übergroßen Appetit zu zügeln, könnte die Politik entsprechend Einfluss auf die Produktionsbedingungen von Lebensmitteln nehmen."

Liebe Frau Raether, warum verlangen Sie etwas von der Politik, wodrauf Sie selbst Einfluß haben? Präsentieren Sie doch bitte ein paar Rezepte, bei denen es den Menschen einfacher fällt "Nein, danke" zu sagen.

Brioche oder Hefe, Zucker, Ahornsiroup oder Marmelade. Das ist das Blutzucker-Rodeo vorprogrammiert. Mit den bekannten Folgen: man isst mehr.

Aber wahrscheinlich meinen Sie genau das mit "Aber Vorsicht: Wenn Sie das einmal verstanden haben, werden Sie nicht mehr damit aufhören können. Es ist besser als Drogen."

:-)