Clash of Clans: Mirko Borsche spielt auf seinem Handy gegen seine Söhne

© Supercell
Bei diesem Onlinespiel sind die Schlachten harmlos und der Siedlungsbau dauert ewig.
Aus der Serie: Unter Strom ZEITmagazin Nr. 17/2019

Immer wenn ich auf Reisen bin und im Flughafenterminal warte, was sehr oft vorkommt, erweitere ich meine Siedlung, baue meine Armee auf, manchmal bekomme ich auch einen Drachen dazu. Ich spiele Clash of Clans, ein Online-Computer-Strategiespiel des finnischen Spieleentwicklers Supercell, das seit fast sieben Jahren auf dem Markt ist. Angefangen habe ich damit eigentlich nur, weil mein ältester Sohn etwas mit mir gemeinsam spielen wollte, Clash of Clans ist ein Mehrspieler-Strategiespiel. Inzwischen spielt er es zwar nicht mehr, aber ich. Und mein mittlerer Sohn, der vor anderthalb Jahren eingestiegen ist.

Clash of Clans ist ein Kinderspiel, es ist, auch wenn es um Armeen geht, recht harmlos und macht ziemlich viel Spaß. Eigentlich. Denn Clash of Clans hat einen Haken: Will man es kostenlos spielen, braucht man viel Geduld. Oder man muss sich, um schneller in das nächste Level zu kommen, einiges dazukaufen. Hier mal fünf Euro für die Armee, dort 1,99 Euro für ein schwarzes Elixier. Ein wenig ist es wie mit den Panini-Bildern früher: Eigentlich kosten sie einzeln nicht viel, trotzdem hat man am Ende Unsummen ausgegeben.

Mein mittlerer Sohn Jonathan ist nicht geduldig. Damit er schneller in das nächste Level kommt, hat er seine ganz eigene Taktik entwickelt: Immer wenn er bei den Großeltern ist, bettelt er so lange, bis sie ihm ein paar Euro spendieren. Jede Woche. Dadurch ist er doppelt so weit wie ich, obwohl er erst anderthalb Jahre spielt, ich bereits sechs Jahre. Neulich saß ich wieder am Flughafen und baute mühsam meine Siedlung auf, blickte auf mein kümmerliches Sechs-Jahre-Ergebnis, als mir klar wurde, dass ich eine Entscheidung treffen muss: weiter Geduld haben oder Geld investieren.

Ich höre jetzt wieder öfter Podcasts.

Technische Daten

"Clash of Clans", Online-Strategiespiel, Entwickler: Supercell, System: Apple iOS und Android, Preis: kostenlos

Kommentare

17 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren
Gelöschter Nutzer 6895
#1  —  vor 1 Monat

Habe diesen Zeitfresser gerade von meinen Geräten verbannt.
Super Cell hat es perfektioniert das Belohnungszentrum unseres Hirns anzusprechen. Zudem scheint SC mit Bogenschützen, Barbaren, etc. in Richtung E Sport zu drängen.
Das finde komplett daneben. Aber aus Sicht der Supercell Besitzer verständlich.