Deutschland: Feldhasen

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 17/2019

Die Herren der Felder

Quelle: Deutscher Jagdverband e. V., Wildtiererfassungen der Länder © Laura Edelbacher

Der Feldhase heißt natürlich so, weil er das Feld liebt. Leider haben sich die Felder verändert, sodass es dem Hasen heute nicht mehr so gut geht wie vor 40 oder 50 Jahren, als Felder noch klein waren und an ihren zahlreichen Rändern jene Kräuter wuchsen, die für den Feldhasen eine Delikatesse sind. Margeriten, Rotschwingel oder Kamille mümmelt der Hase auf seine putzige Art, damit – gerade jetzt im Frühling, wenn der Nachwuchs da ist – die Milch für die Hasenjungen schön fett ist. Ist der April nass und kalt, verhungern viele Hasenjungen. Und wenn dann auch noch Kräuter knapp werden: oje! Drei Millionen deutsche Feldhasen gibt es heute noch, sie gelten als "bedroht". Besonders viele haben im nördlichen Westfalen und in Schleswig-Holstein ihre Heimat (wegen der kleinteiligen Landwirtschaft) und entlang des Rheins und um Stuttgart (wo viel Gemüse angebaut wird). Sachsen hat sich bei der Hasenzählung leider nicht beteiligt, deshalb ist die Karte dort leer. In manchen Gegenden gibt es so viele Hasen, dass sie schon wieder gejagt werden dürfen. Es ist also nicht so einfach für die Hasenfamilien, die goldene Mitte zu treffen, in der sie nicht aussterben und auch nicht abgeschossen werden.

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