© Elisabeth Raether

Spargel: Hier schreibt der Fotograf

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Aus der Serie: Wochenmarkt ZEITmagazin Nr. 17/2019

Diese Woche haben Elisabeth Raether, die Kolumnistin, und ich, der Fotograf, die Rollen getauscht. Hier schreibt also ausnahmsweise und garantiert einmalig jemand, der für einen Brief an den Steuerberater drei Wochen braucht. Ich leide seit der vierten Klasse an einer chronischen Schreibblockade, die Schuljahre davor zählen nicht. Also gut: Ein Rezept für Blumenkohl polnischer Art, dachte ich, das kriege ich hin. Als ich dies der Redaktion vorschlug, kam umgehend ein "Nein, um Gottes willen". Kohl? Jetzt? Nach diesem harten Winter? Zur Schreibblockade gab es also auch noch inhaltlichen Gegenwind aus Berlin. Was man als Koch sehr schnell lernt, ist die elegante Improvisation. Keine Crème fraîche mehr da? – Okay, nehmen wir halt Crème double. Also schlug ich Spargel polnischer Art statt Blumenkohl polnischer Art vor. Große Begeisterung bei den Redakteuren, alles super. Nicht so bei Elisabeth Raether, der ich das Rezept schickte, damit sie ihr Foto machen konnte. Sie schrieb, sie wolle die Woche darauf auch Spargel im Wochenmarkt bringen. Aber egal, das soll Elisabeths Problem sein, außerdem ist ja Spargelzeit. Mein Schwiegervater isst da jeden Tag welchen.

Eier hart kochen, pellen und in kleine Würfel schneiden, Butter schmelzen, Semmelbrösel darin rösten. Petersilie hacken und mit den Eiern in die Bröselbutter geben. Wenn die Masse zu trocken ist, einfach noch mehr Butter hinzufügen. Über den gekochten Spargel geben. Man kann den geschälten Spargel auch grillen oder braten. Oder gleich den Spargel durch gekochten Blumenkohl ersetzen.

Spargel polnischer Art

Zutaten für 4 Personen: 3 Eier, 150 g Butter, 60 g Semmelbrösel, 1 Bund frische Petersilie, 2 kg weißer Spargel

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