Deutschland: Fahrrad fahren

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 19/2019

Beinahe hätte Oldenburg die Stadt Münster, deutschlandweit als Fahrradstadt Nummer eins bekannt, überholt. Nur 0,4 Prozentpunkte trennten die Oldenburger von dieser kleinen Sensation. In beiden Städten werden von zehn Kilometern, die die Leute zurücklegen, egal wie, ziemlich genau drei Kilometer mit dem Rad gefahren. Zum Vergleich: Im Kreis Regen sind es nur 260 Meter. Die Zahlen sind Schätzungen aus einer Studie, die das Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegeben hat, Grundlage sind unter anderem Befragungen von 155.000 Haushalten. Wenige Steigungen und gute Radwege begünstigen in Münster und Oldenburg das Radfahren. Und: Es gibt hier viele Studenten, die sich kein Auto leisten können. In Berlin und Hamburg liegt der Anteil des Radverkehrs bei um die 15 Prozent, die Städte sind zu groß, um manche Wege mit dem Rad zu schaffen. Und im südlichen Bayern? Erstens ist diese Gegend recht dicht besiedelt, und vor allem sind die Kommunen reich. Sie investieren in Radwege, auch um Touristen anzulocken. Im Kreis Regen im Bayerischen Wald, dem 260-Meter-Schlusslicht, sind die Entfernungen größer. Und sehr hügelig ist es auch.