Mütter: Das Alter von Müttern

ZEITmagazin Nr. 21/2019

Für viele Frauen (und Männer) ist es ja so: Bevor ein Kind geplant wird, muss einiges stimmen im Leben – die Ausbildung sollte abgeschlossen sein, die Festanstellung unbefristet, und der Partner sollte im selben Ort wohnen. Besonders für Akademikerinnen bedeutet das, dass sie eher nicht in ihren Zwanzigern Mutter werden. Unsere Karte zeigt, dass das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes in Großstädten am höchsten ist. Hier leben nicht nur mehr Akademikerinnen, es ist auch gesellschaftlich eher akzeptiert, den Kinderwunsch länger aufzuschieben, als auf dem Land. Mit 31,7 Jahren führt Düsseldorf die Statistik an, gefolgt von München, Stuttgart und Frankfurt. Schon seit Jahrzehnten warten Frauen immer länger, bis sie Mutter werden: 29,8 Jahre war 2017 der Bundesdurchschnitt. Anfang der Sechzigerjahre lag er, bezogen auf verheiratete Frauen, in der BRD noch bei knapp 25, in der DDR bei knapp 23 Jahren. Die jüngsten Mütter findet man heute in Hof, Pirmasens und Bremerhaven. Hier gibt es wenige Akademikerinnen und einen vergleichsweise hohen Anteil an Migrantinnen aus Ländern, in denen Frauen traditionell früh eine Familie gründen.