Externe Festplatte: Mirko Borsche will Ordnung schaffen – und produziert Müll

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Aus der Serie: Unter Strom ZEITmagazin Nr. 22/2019

Ich musste Platz schaffen. 500 Gigabyte auf meinem Rechner waren voll. 500 Gigabyte voller Grafiken und Daten, die ich sicher aufbewahren muss. Und ich weiß ja, es werden täglich mehr.

Die Sandisk Extreme Portable SSD ist neun Zentimeter lang und knapp fünf Zentimeter breit. Sie passt in die Hosentasche. Und sie hat 1 Terabyte Speicherplatz. Noch während ich meine 500 Gigabyte in kürzester Zeit auf diesen externen Speicher lud, musste ich schmunzeln. Mein erster Rechner, ein Commodore, hatte einen Arbeitsspeicher von 64 KB – es waren die Achtzigerjahre. Ein paar Jahre später nutzte ich meinen iPod, das war damals der klassische weiße mit dem Drehrad, nicht nur zum Musikhören, er diente gleichzeitig als Arbeitsspeicher. Er hatte fünf Gigabyte Speicherkapazität. Heute klingt das allerdings eher wie ein schlechter Witz. Heute fragt mich mein Mailprogramm, ob ich sicher bin, dass ich eine 60 Megabyte große E-Mail verschicken will. Bin ich. Und es funktioniert auch.

Sowieso sind die Daten, die ich allein in den letzten Jahren angesammelt habe, immer größer geworden, besonders durch all die Grafiken, mit denen wir tagtäglich arbeiten. In den letzten zehn Jahren haben wir bei uns im Büro allein vier Terabyte Daten gespeichert. Und eigentlich ist es doch ganz wunderbar, dass man inzwischen so große Datenmengen speichern kann.

Vor einiger Zeit traf ich einen ehemaligen Mitarbeiter von Google, der mir erzählte, dass das größte Problem unserer Umweltverschmutzung die immer größeren Mengen an Daten seien. Daten, die gespeichert werden müssen. Daten, die auf Servern liegen. Daten, die gekühlt werden müssen. Schon komisch, wie viel Müll ich täglich produziere – mit etwas, das man gar nicht sieht.

Technische Daten

Größe: 8,85 x 49,55 x 96,20 mm
Gewicht: 39 g
Kapazität: 1 TB
Lesegeschwindigkeit: bis zu 550 MB/s
Preis: 170 Euro

Kommentare

22 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Und wie bekomme ich die Daten auf das Gerät ?
Kabel mit USB ? Drahtlos mit WLAN oder Blue Ray ?
Wenn wir schon beim Umweltschutz sind, wie viel Strom verbraucht das Ding ?
Wie lange sind die Daten abrufbar ?

0tttt0

#2  —  vor 8 Monaten

Wir hatten große Probleme dem Benutzer zu erklären, daß Programm und Daten auf zwei verschiedene Datenträger gehören und das Betriebssystem auf einen dritten.

Aber ich hab doch bloß zwei Diskettenlaufwerke.

Viele Leute habe einfach die alte Büroregel aus den 80zigern in das digitale Zeitalter mitgenommen.

Wenn man ein Dokument schreddert (heute löscht) müssen davon zuvor 2 Fotokopien angefertigt (heute 2 Backups erstellt) werden.