Als Seymour Hersh sein Büro verlässt, liegt vor der Tür ein dicker, gelber Briefumschlag. Geheime CIA-Akten, die ein Unbekannter dort deponiert hat? Ohne zu klingeln und ohne anzuklopfen, still abgelegt auf dem Boden des langen, hellen Flurs im dritten Stock eines unscheinbaren Gebäudes im Zentrum Washingtons, wenige Hundert Meter vom Weißen Haus?
Hersh hebt den gefütterten Umschlag auf, öffnet ihn. Nein, keine vertraulichen Papiere. Nur ein neu aufgelegtes Buch von Gabriel García Márquez: The Scandal of the Century. And Other Writings. In wenigen Tagen wird es in die Buchläden kommen. Auf den Rückumschlag hat der Verlag eine Empfehlung von Hersh gedruckt. Lob für das Werk des kolumbianischen Nobelpreisträgers und das Bedauern, dass dieser "so früh ausgecheckt hat und sein Genius nun nicht mehr da ist, um uns zu erzählen, was wir über Donald Trump wissen müssen". Der Verleger hat ihm das Vorausexemplar vor die Tür legen lassen. Hersh freut sich.