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Thom Yorke: "Übrigens, Dad, wir gehen demonstrieren"

Der Radiohead-Sänger Thom Yorke über sein neues Soloalbum, seine Kinder, die bei "Fridays for Future" mitlaufen, und seine Angst, dass Boris Johnson Premierminister werden könnte. Interview:
ZEITmagazin Nr. 30/2019

Das Büro der Plattenfirma XL Recordings, in dem das Interview mit Thom Yorke stattfindet, liegt einen Steinwurf von der Portobello Road entfernt und ist so wuselig und unüberschaubar, wie man sich die Räume einer Independent-Plattenfirma vorstellt. Allerdings werden hier Weltstars wie Jack White, The XX und eine gewisse Adele betreut. Und eben Thom Yorke, Kopf von Radiohead – die Band gilt Kritikern als eine der einflussreichsten Bands der Gegenwart. Yorke wirkt an diesem Tag, einige Wochen vor der Veröffentlichung seines neuen Soloalbums Anima, gestresst und unnahbar, sein Bart ist von grauen Haaren durchzogen. Für den scheuen Exzentriker sind Interviews eine Qual, deshalb gewährt er sie nur selten. Seine Mimik macht deutlich, wie überflüssig er sie findet.