Samstag, 15 Uhr. Seit gut einer Stunde steht Cornelia Strunz in der kleinen Sporthalle des Krankenhauses Waldfriede in Berlin und wartet. Um 14 Uhr wollte sie beginnen, da waren sie zu fünft, um 14.30 Uhr zu acht. Nun, eine gute Stunde nachdem sie anfangen wollte, sind sie vollzählig. 21 Frauen sitzen auf den blauen Turnmatten. 21 Frauen, die auf Englisch, Französisch und Somali durcheinanderreden. 21 Frauen, die aus Guinea kommen, aus Burkina Faso, Äthiopien, Somalia, Kenia. Manche sind seit zwei, drei Monaten in Deutschland, andere seit Jahren. Manche tragen Kopftuch, andere ihr Haar unbedeckt. Manche der Gesichter sind faltenlos, andere haben tiefe Furchen. Die Frauen wohnen in Berlin oder in der Umgebung – allein, mit Familie, sind verheiratet, geschieden, verwitwet.
Weibliche Genitalverstümmelung: "Ganz viel Danke"
Eine Woche im Berliner Krankenhaus Waldfriede, in dem eine Ärztin gegen ein Weltproblem kämpft: die Verstümmelung der weiblichen Genitalien.
Von
Nadine Ahr