Harald Martenstein: Über Kritik an seiner Hautfarbe und das Nachplappern modischer Ansichten

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Aus der Serie: Martenstein ZEITmagazin Nr. 32/2019
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Neulich bekam ich einen Leserbrief, in dem mir wieder mal vorgeworfen wurde, dass ich weiß bin. Wenn ich die Formulierung "weißer Mann" lese oder höre, als negative Kennzeichnung einer Person, schalte ich sofort ab. Ich denke dann nämlich, dass es sich bei meinem Gegenüber um einen Dummdödel handelt. Ich habe den Briefautor gegoogelt. Er ist selber weiß! War ihm dieser Widerspruch nicht aufgefallen? Vielleicht denkt er, dass Hautfarbe nur eine soziale Konstruktion ist, und empfindet sich als Schwarzer. Aber woher will er wissen, dass es bei mir nicht genauso ist? Auch schwarze Autoren können Unfug schreiben.