Deutschland: Jugendarbeitslosigkeit

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 32/2019

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA)

Im Vergleich zu anderen Ländern ist der Arbeitsmarkt für junge Menschen in Deutschland eine Insel der Glückseligen. Während Griechenland und Spanien mit einer Jugendarbeitslosenquote von über 30 Prozent kämpfen, hat Deutschland mit rund fünf Prozent den niedrigsten Wert der EU. Das hängt mit der guten Wirtschaftsleistung, aber auch mit dem demografischen Wandel zusammen: Seit Jahrzehnten schrumpft die Gruppe der 15- bis 24-Jährigen hierzulande. Dort, wo Unternehmen Nachwuchskräfte brauchen, sind die wenigen Jugendlichen, die eine Ausbildung oder Arbeit suchen, also heiß begehrt. In großen Teilen Bayerns und Baden-Württembergs, wo die Wirtschaft besonders gut läuft, liegt die Arbeitslosenquote daher nur bei bis zu drei Prozent. In strukturschwachen Gegenden ist sie dagegen zweistellig. Vor allem in Mecklenburg-Vorpommern haben es Jugendliche häufig schwer: Die Auswahl an Ausbildungs- beziehungsweise Arbeitsplätzen ist hier nicht groß, die dominanten Branchen wie Gastronomie oder Landwirtschaft sind für viele nicht attraktiv. Trotzdem liegt der deutsche Spitzenwert in Schwerin (14,5 Prozent) im EU-Vergleich noch im Durchschnitt.

Kommentare

33 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Wo gibt es denn nur noch Studierende oder nur noch Handwerker?
Die Studienanfängerquote in Deutschland liegt 2018 laut dem Statistischen Bundesamt bei knapp 56% eines Jahrgangs, wobei ca. jeder Dritte das Studium abbricht (und danach wahrscheinlich nicht lebenslang arbeitslos ist, sondern ggf. eine Ausbildung macht).
Die Verteilung erscheint mir sehr ausgeglichen, zumal Deutschland bei allem Gejammer über "zu viele Studierende" immer noch eine im EU-Vergleich unterdurchschnittliche Studienanfängerquote hat.