© Silvio Knezevic

Aprikosenkuchen: Ein Moment des Sommers

Von
Aus der Serie: Wochenmarkt ZEITmagazin Nr. 33/2019

Die Grille hat nach dem Sommer nichts zu essen, weil sie nur schön gezirpt hat, bei der Ameise ist die ganze Speisekammer voll. Sie gibt bekanntlich der Grille nichts davon ab, aber nicht nur das, sie verhöhnt die Grille sogar. Die Ameise hat recht, ist aber ein Arsch. Auch keine Lösung. Der Sommer bietet alles in Überfülle, Wärme, Licht, Obst, Gemüse, der Winter nur die Kargheit, mit diesem Wechsel muss man ja erst mal zurechtkommen. Können nicht alle so hart mit sich selbst sein wie die Ameise. Ich denke jedes Mal, wenn ich an diesen Obstbergen auf dem Markt und in den Supermärkten vorbeikomme, ich sollte mehr einwecken und Konfitüre kochen, den Sommer festhalten, denn im Winter wird er mir fehlen. Aber ich habe keine Lust.

Ich backe dafür Kuchen, einen nach dem anderen, denn den Moment zu genießen ist ja auch eine Art von Vorsorge für schlechte Zeiten. Diesmal gibt es Marillenfleck, zu Deutsch Aprikosenkuchen, einen Klassiker der österreichischen Küche, von dem unzählige Varianten in Umlauf sind. Diese hier ist meine best practice, abgeguckt von der Köchin Sarah Wiener. Sehr unkompliziert, ohne Streusel, ein einfacher Rührteig, der durch die darin versinkenden Aprikosen schön saftig wird.

Butter und Zucker mit dem Rührgerät gut vermengen, Eier hinzufügen, cremig rühren. Vanille und Zitronenabrieb dazugeben. Dann Mehl in die Teigmischung sieben und glatt rühren. Eine Form mit Backpapier auslegen, den Teig hineinfüllen. Die Aprikosen halbieren und entsteinen. Mit der Schnittfläche nach oben dicht an dicht auf den Teig legen, ein bisschen andrücken, aber sie versinken beim Backen von selbst im Teig.

Aprikosenkuchen (Marillenfleck)

Zutaten für eine Form mit den Maßen 20 x 30 cm: 250 g Butter, 250 g Zucker, 5 Eier, Mark aus 1 Vanilleschote, abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone, 250 g Mehl, 750 g Aprikosen

Kommentare

33 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren