© Silvio Knezevic

Geschmorte Paprika: Peperonata, süß und sauer

Will man beim Kochen wirklich ein Koch-Video angucken? Na ja. Zum Glück enthält "Die neue digitale Kochschule" wunderbar klassische Rezepte wie diese Peperonata. Von
Aus der Serie: Wochenmarkt ZEITmagazin Nr. 34/2019

Die Leute haben Mitleid mit mir, sie sagen: Du Arme, du musst immer so viel kochen, hier hast du ein Rezept, das du für deine Kolumne verwenden kannst. Dieses hier stammt von einer Freundin, die es in einem Kochbuch entdeckt hat, das sie wiederum von ihrer Mutter geschenkt bekommen hat. Das Buch heißt Die neue digitale Kochschule, und wir drei sind uns einig, dass das ein unattraktiver Titel ist: Das Schöne am Kochen ist ja, dass es zur Abwechslung mal nicht digital ist, und eine Schule ist jetzt auch nicht das Sinnlichste, was einem so einfällt. Aber hinter dem Titel verbirgt sich eine Sammlung wunderbar klassischer Rezepte, die eigentlich so wirken, als hätten sie noch nie etwas von Digitalisierung gehört und von Yotam Ottolenghi auch nicht. (Digital ist nur, dass neben den Rezepten QR-Codes stehen, die man in sein Telefon scannen kann, um die Zubereitung des Essens im Video zu sehen. Aber man kann es eben auch lassen.) Es werden Rindercarpaccio und Entenrillettes serviert, Balsamico-Zwiebeltarte, Erbsenrisotto und ebendiese köstliche, einfache süßsaure Peperonata.

Paprikaschoten vierteln, auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen, etwas Olivenöl darüberträufeln, salzen. Den Grill des Backofens anstellen und Blech ungefähr 15 bis 20 Minuten im Ofen lassen. Die Haut der Paprikas hat sich dann schwarz gefärbt. Ein Küchenhandtuch nass machen, feucht über das Blech legen und ungefähr 10 Minuten warten. Dann lässt sich die verbrannte Haut der Paprikas leicht mit den Fingern entfernen.

In einem Topf gehackte Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl andünsten. In Stücke geschnittene Paprikas, Dosentomaten, Essig und Lorbeer dazugeben. Ungefähr 20 Minuten schmoren lassen. Mit Zucker und etwas Essig abschmecken, nicht zu sparsam sein. Gehacktes Basilikum hinzufügen. Dazu passen mit Parmesan oder Mascarpone verfeinerte Polenta oder in Olivenöl geröstetes Weißbrot.

Gebackene und geschmorte Paprikas (Peperonata)

Zutaten für 4 Personen: 2 rote und 2 gelbe Paprikas, Olivenöl, Salz, 2 Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen, 400 g geschälte Tomaten aus der Dose, 2 EL Essig, 1 Lorbeerblatt, 1 gute Prise Zucker, 2 EL gehacktes Basilikum

Kommentare

28 Kommentare Seite 3 von 3 Kommentieren

Geroestetes Gemuese kann man etwas einfacher haben, ohne Schweinkram mit nem nassen Handtuch: Eine grosszuegige Seite Alufolie auf dem Einschub ausbreiten. Gemuese darauf verteilen, dabei die Raender etwas freilassen. Dann roesten wie beschrieben. Danach die Ecken der Alufolie zusammenfuehren, so dass eine kleine Tasche entsteht, die Ecken verzwirbeln um die Tasche zu verschliessen. 10 Minuten warten, danach sollte sich die Haut kinderleicht entfernen lassen.

Mit dem in Italien bekannten Gericht Peperonata hat dieses ohne Zweifel recht gute Paprikagericht nichts zu tun. Warum gibt man ihm dann diesen Namen? Und weil ich schon beim kritisieren bin: Im Vorspann heißt es "Es werden Rindercarpaccio und Entenrillettes serviert..." Da man für Carpaccio nicht einmal ein Rind braucht, ist die Mehrzahl (Rinder) sinnlos. Statt dessen empfiehlt sich der Genitiv (=vom Rind), nämlich Rindscarpaccio. Die Hauptsache es schmeckt, da muss man bezüglich Grammatik schon einmal ein Auge zudrücken.