Harald Martenstein: Über sein altes Schwimmbad, damals, als Schüler

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Aus der Serie: Martenstein ZEITmagazin Nr. 38/2019
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Als ich mal wieder in meiner Heimatstadt Mainz war, an einem heißen Spätsommertag, ging ich ins Freibad. Ich bin als Kind sehr oft am Taubertsberg gewesen, auch als Jugendlicher, aber seit Jahrzehnten nicht mehr. Das Bad hatte sich in meinen Augen kaum verändert, obwohl es so frisch und modern aussah, als sei es vor fünf Jahren eröffnet worden. Die Topografie war noch dieselbe, alle Hänge und Wiesen und alle Schwimmbecken befanden sich dort, wo sie für mich hingehörten. Das macht viel aus. Auf der Wiese, wo wir damals als Teenies lagen und – an guten Tagen – knutschten, lagen noch immer knutschende Teenies. Ich fühlte mich wie Marcel Proust, als er eine Madeleine in seinen Tee tunkte.