© Silvio Knezevic

Zwetschgenröster: Üppige Zwetschgen

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Aus der Serie: Wochenmarkt ZEITmagazin Nr. 38/2019

Manchmal produzieren wir hier Text-Bild-Scheren, obwohl das natürlich magazinjournalistisch gesehen ein Riesenfehler ist. In diesem Fall bebildern wir das üppigste Gericht, das ich seit Langem gegessen habe, mit dem kargsten, elegantesten Foto, das man von einer Zwetschge machen kann. Ich habe neulich an einem Sonntagmorgen Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster gegessen. Ich bin nicht sicher, ob das als Frühstück gedacht ist, ich konnte mich jedenfalls den ganzen Tag nicht mehr bewegen, weil ich so satt war. Es war großartig.

Was ein Zwetschgenröster ist, habe ich erst vor Kurzem erfahren, nämlich kein Kompott, wurde mir gesagt (gar kein Vergleich), keine Konfitüre, sondern ein Röster eben. Die Früchte machen ganz ohne zusätzliche Flüssigkeit durch die Hitze einen Transformationsprozess mit köstlichem Ergebnis durch. Im eigenen Saft zu schmoren ist für Obst etwas Herrliches, die Redensart kennt sich offenbar in der Küche nicht aus. Zum Kaiserschmarrn muss ich wohl nicht viel sagen. Ein Kindergeburtstagsessen für Erwachsene, ein wahr gewordener Traum aus Butter, Zucker, Mehl und Eiern. Man kann einen Zwetschgenröster auch zu anderem essen: zu Haferflocken, die man über Nacht in Milch eingeweicht hat, zu Müsli, Pfannkuchen, zu Germknödeln, zu Kokosjoghurt, zu nichts.

Zwetschgen halbieren, entsteinen und in einem Topf mit Zucker und Gewürzen erhitzen. Ungefähr 20 Minuten lang ohne Deckel bei niedriger Hitze schmoren, bis die Früchte gerade anfangen zu zerfallen. Der Röster sollte sämig sein. Wenn er zu flüssig ist und man sich daran stört, kann man in wenig Wasser aufgelöste Speisestärke dazugeben und das Ganze 2 Minuten lang weiterschmoren lassen.

Zwetschgenröster

800 g Zwetschgen, 130 g Zucker, 1 Zimtstange, 1 Messerspitze gemahlene Nelke, evtl. 1 EL Speisestärke

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