Deutschlandkarte: Golfclubs

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Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 40/2019

Golfclubs

Quelle: Golf­Index.eu, Golfsportmagazin, DGV

Nach einem Blick auf unsere Karte könnte man annehmen, dass es den Deutschen ein Grundbedürfnis ist, Golf zu spielen – so gut ausgestattet ist das Land mit Golfclubs. 746 gibt es insgesamt. Die Clubs ballen sich vor allem um die großen Städte, und zwar besonders dort, wo viele wohlhabende Menschen wohnen – etwa in München und Hamburg. So ein Golfclub, der in der Regel 60 bis 90 Hektar Fläche unterhält, braucht zum Überleben einige Hundert Mitglieder, die sich einen Jahresbeitrag von 600 bis 1200 Euro leisten können. 640.000 Golfspieler sind hierzulande registriert, zwei Drittel von ihnen sind Männer und über 50 Jahre alt. Im Osten sind Golfspieler immer noch seltener, denn der Sport musste nach dem Mauerfall ganz neu entstehen, in der DDR wurde überhaupt kein Golf gespielt. Sämtliche Plätze wurden 1951 geschlossen. Golf galt als kapitalistisch, und Erich Honecker soll den Sport einmal als "bourgeoisen Blödsinn" bezeichnet haben. Nach der Wende entstanden neue Clubs, am zahlreichsten um Berlin, Dresden und Leipzig herum – und in Mecklenburg-Vorpommern, wo man nicht nur zum Urlaubmachen, sondern eben auch zum Golfspielen gern hinfährt.

Kommentare

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Ein "Jahresbeitrag von 600 bis 1200 Euro" scheint mir nicht teuer, 600 Euro sogar eher recht niedrig zu sein. Die meisten Golfclub dürften wohl höhere bis sehr viel höhere Jahresbeiträge verlangen.

In vielen Fitnessstudio zahlt man je nach gebuchtem Programme 50 bis über 100Euro im Monat. Und für mein Ballettstudio zahle ich ebenfalls mehr als 100 Euro im Monat. Die Aufregung hier über hohe Beiträge geht an der Realität zumindest im städtische Raum vorbei.

Brandenburg z.b. ist in vielen Bereichen sehr dünn besiedelt. Da würde sich wahrscheinlich ein Golfclub nicht rentieren. Ob .z.b. eine Heidelandschaft dafür auch das richtige ist ?

Ansonsten sehe ich in meinem sozialen Umfeld einfach verschiedene Arten von Golfspielern: da gibt es durchaus die einen, die gehen dann in ganz "namhafte" Clubs, um ein bisschen namedropping zu machen, tragen karierte Hosen und sind vor allem am Lunch interessiert.

Dann gibt es die anderen, die spielen Golf, weil sie schlicht der Sport interessiert.

Und dann gibt es auch die Leute (oft auch jüngere Paare), die brauchen kein Namedropping, denen macht Golf als Freizeitbeschäftigung einfach Spass.

Schade, dass daraus bisher hierzulande noch kein "Volkssport" geworden ist. Aber meiner Beobachtung nach werben immer mehr Clubs genau auch damit...