© Silvio Knezevic

Apfelkuchen: Ein herrlich chaotischer Kuchen

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Aus der Serie: Wochenmarkt ZEITmagazin Nr. 41/2019

Sonst sind französische Tartes wie französische Gärten: kontrollierte Wildheit, gestutzte Lust, in Symmetrie gebrachte Sinnlichkeit. Die Zutaten werden zu filigranen Kunstwerken geformt, womöglich in Pastell gefärbt. Diese Apfeltarte ist anders, weshalb sie wohl auch mit dem Adjektiv paysanne versehen wurde, zu Deutsch "bäuerlich". Aber ich denke, bäuerlich würden die Franzosen alles nennen, was bei mir in der Küche entsteht. Diese Tarte jedenfalls ist von erstaunlicher Formlosigkeit, die Stücke zerfallen, die weich gekochten Äpfel purzeln heraus, dann gibt man noch etwas Crème fraîche drauf, sodass das Ganze ins Chaos rutscht und ebenso eine – l’horreur – österreichische Mehlspeise sein könnte. Es schmeckt natürlich herrlich.

Ofen auf 170 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eier und Zucker mit dem Handrührgerät verrühren, Mehl und Vanillemark unterheben. Milch hinzugießen und alles verrühren, bis ein cremiger Teig entsteht. Äpfel schälen, vierteln. Butter in einer Pfanne mit ofenfestem Griff schmelzen. Apfelstücke hinzugeben, in der heißen Butter schwenken, bis sie etwas Farbe angenommen haben. Dann Zucker hinzugeben, gut durchschwenken, damit er sich verteilt. Zucker etwas braun werden lassen. Mit Whiskey ablöschen. Den Teig draufgießen, gleichmäßig verteilen und die Tarte für 30 Minuten im Ofen backen. Den Kuchen dann stürzen. Am besten mit Crème fraîche servieren.

Apfelkuchen aus der Pfanne

Zutaten: Für den Teig (Pfanne mit 26 cm Durchmesser): 3 Eier, 200 g Puderzucker, 75 g Mehl (gesiebt), Mark von 1 Vanilleschote, 100 ml Vollmilch; für den Belag: 3 große Äpfel (z. B. Boskop), 30 g Butter, 50 g Puderzucker, 2 EL Whiskey

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