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Lars Dittrich: "Ich spüre diese Wut überall"

Als Jugendlicher in der DDR verkaufte Lars Dittrich "Bravo"-Poster auf dem Schulhof, später wurde er ein erfolgreicher Unternehmer. Ein Gespräch darüber, was aus seiner Sicht bei der Wiedervereinigung schiefgelaufen ist. Interview: und
ZEITmagazin Nr. 41/2019

Ein Gartenhaus in Berlin-Charlottenburg, ein begrünter Innenhof, eine Skulptur. Im Eingang des Büros von Lars Dittrich hängt ein Kunstwerk, darauf steht: "You have nothing". Das kann man von Dittrich nicht sagen. Der ostdeutsche Unternehmer wartet im Konferenzraum. Die Fenster reichen bis zum Boden, an der Wand hängen Fotografien. Kurz nach dem Mauerfall hat Dittrich mit einem Freund sehr erfolgreich die Telekommunikationsfirma dug telecom aufgebaut. 2007 verkauften sie diese an Debitel. Als einer der wenigen Ostdeutschen saß Dittrich drei Jahre im Vorstand des westdeutschen Konzerns und schied 2010 aus. Später gründete er die Filmproduktionsfirma Mythos Film mit und produzierte unter anderem die provokante Hitler-Satire Er ist wieder da, die auch einen Bambi gewann. Gleichzeitig investiert Dittrich in Immobilien und Start-ups und hat 40 Mitarbeiter. Er ist einer, der es im Westen augenscheinlich geschafft hat, aber er ist trotzdem ziemlich wütend.