© Camille Vivier

FKA twigs: "Ich definiere mich als Punk"

Die britische Sängerin FKA twigs ist seit ihrem Debüt vor fünf Jahren eine der interessantesten Erscheinungen der Popwelt. Ein Gespräch über die Folgen ihrer katholischen Erziehung, Tanz als die bessere Sprache und die wahre Macht der Frauen Interview:
ZEITmagazin Nr. 42/2019

Das Chiltern Firehouse im schicken Londoner Stadtteil Marylebone ist ein angesagter Ort: In der zum Hotel mit Restaurant umgebauten Feuerwache wurden schon Kate Moss und David Beckham gesichtet, Lily Allen und Bill Clinton. An diesem ungewöhnlich warmen und sonnigen Herbsttag spazieren dort gut aussehende junge Männer, allerlei Raumdüfte versprühend, durch die plüschige, mit Stapeln von Architekturmagazinen ausgestattete Lobby. Im dritten Stock empfängt die Sängerin Tahliah Debrett Barnett zum Interview, besser bekannt als FKA twigs. Die 31-jährige Britin, die als eines der herausragenden Poptalente der Gegenwart gilt, liegt matt hingestreckt auf einem Sessel und lässt sich die Fußnägel pediküren: "Denken Sie nicht, dass so etwas bei mir normal ist!", stellt die Künstlerin grinsend klar. Seit einigen Wochen läuft die PR-Maschinerie für ihr zweites Album Magdalene, das Anfang November erscheinen soll. Und da der Terminkalender der Künstlerin derzeit kaum Lücken lässt, werden jetzt eben noch schnell während des Interviews ihre Fußnägel auf Hochglanz gebracht; im Anschluss an dieses Gespräch muss sie sofort zu einem Auftritt bei der Londoner Fashion Week eilen.