Harald Martenstein: Über eingedeutschte Begriffe und die Kunst des Smalltalks

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Aus der Serie: Martenstein ZEITmagazin Nr. 42/2019

Das Wort "Smalltalk" haben wir Germans eingedeutscht, ähnlich wie "Service", "Stand-up-Comedy" und "Brainstorming". Ich habe mir im (eingedeutschten) "Internet" die lange Liste eingedeutschter englischer Wörter angeschaut. Offenbar deutschen wir besonders gern Wörter ein, die etwas bezeichnen, worin wir im internationalen Vergleich nicht gut sind. Auf die Idee, Nörgeln durch "Grumbling" zu ersetzen oder Anpöbeln durch "Insulting", ist bei uns jedenfalls niemand gekommen. Bei diesen Kulturtechniken können wir international mithalten. Es gibt sicher Ausnahmen, beim Nordic Walking zum Beispiel sehe ich bei uns keinen nennenswerten Nachholbedarf im Vergleich zur anglofonen Welt. Womöglich gilt dies sogar beim Sex, aber da möchte ich mich nicht festlegen.