Reise: So komme ich da hin!

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Die Voidokilia-Bucht auf dem Peloponnes ist eine Postkartenschönheit. Und drum herum gibt es vieles zu entdecken, vor allem die Langsamkeit. Von
ZEITmagazin Nr. 48/2019

1. Flug: Die gut drei Stunden von Deutschland nach Athen vergehen schneller als die Zeit, die man vorher mit Preisvergleichen verbracht hat. Trotzdem ist der lange Fußweg zum Gepäckband eine Wohltat. Und nur die erste Etappe: Auch der Weg vom Mietwagenschalter zum weitläufigen Parkplatz lässt den Fitness-Tracker vibrieren (Sie können ihn jetzt ausschalten, Sie sind im Urlaub). Es empfiehlt sich, einen nicht zu großen Wagen zu nehmen, in den Dörfern können die Gassen eng werden. Dreieinhalb Stunden prognostiziert das Navi für die 300 Kilometer an die Westküste des Peloponnes. Kalkulieren Sie das Doppelte. Da sind zum einen die vielen Mautstationen, die am Horizont auftauchen, kaum dass der Wagen die zulässigen 130 km/h erreicht. Zum anderen gibt es reichlich Gründe für Zwischenstopps. Der Kaffee an den Raststätten, besonders der Frappé, schmeckt vorzüglich. Auf dem Mittelstreifen blüht Oleander.

2. Zwischenstopp: Das Café Isthmia verdankt seinen Namen nicht einer Atembeschwerde, sondern seiner Lage am Isthmus von Korinth. Diese nur sechs Kilometer breite Landenge verbindet den Peloponnes mit dem Festland. Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier ein Kanal gebaut, der den Schiffen die Fahrt um die Halbinsel ersparen sollte. Heutige Kreuzfahrtschiffe sind oft zu groß für die gerade mal 24 Meter breite Passage, deren Wände bis zu 75 Meter hoch aufragen. Es sieht aus, als hätte jemand das Land einfach durchgesägt. Auf der Terrasse des Cafés Isthmia sind die Schiffe zum Anfassen nah, also noch näher als an der Elbe in Hamburg. Die Autobahn führt weiter in die Region Messenien, 30 Autominuten vor Kalamata liegen die Gemeinden Meligalas und Andania. Von den Oliven der über 5000 Bäume im Alter zwischen 15 und 1000 Jahren wird hier Anfang Dezember wieder bestes Öl in Bio-Qualität (oel-berlin.de) gepresst. Ab Kalamata führt eine Landstraße noch gut 50 Kilometer durch die Berge ans Meer.

3. Ankunft: Die Navarone Beach Apartments liegen im Dorf Petrochori, so nah am Wasser, dass Sie nach ein paar Schritten durch die Dünen an einem Bilderbuchstrand mit azurblauem Wasser stehen. Kein Wunder, dass die Schildkröten hier ihre Eier ablegen: Der Nachwuchs hat eine perfekte Aussicht, wenn er Richtung Meer krabbelt.

4. Essen: In unmittelbarer Nähe gibt es lässige, überwiegend von Griechen besuchte Strandbars und Restaurants mit bequemen Liegen und Sonnenschirmen. Zum Beispiel das Ammothines, wo man dem Gemüse im Garten beim Wachsen zuschauen kann und der Oktopus einem beinah in den Mund schwimmt. Eigentlich muss man hier überhaupt nicht weg. Maximal die zwölf Kilometer bis Pylos. Die kleine Hafenstadt ist das Zentrum der Region rund um die Navarino-Bucht. Auf dem zentralen Platz stellen Cafés und Restaurants ihre Tische unter die großen Platanen. Für eine ausgedehntere Mahlzeit empfiehlt sich die Taverne Aetos mit ihrer schnörkellos leckeren griechischen Küche.

5. Am Ziel: Von Petrochori schlängelt sich eine einspurige Straße zur Voidokilia, auch Ochsenbauch-Bucht genannt. Die Form erinnert eher an den griechischen Buchstaben Omega. Voidokilia gilt als bekannteste Bucht des Peloponnes, sie ist eine echte Postkartenschönheit und liegt in einem Naturschutzgebiet, es gibt keine Infrastruktur und vor allem: keinen Schatten. Also Picknickkorb und Sonnenschirm mitbringen, das Foto für die WhatsApp-Gruppe machen und dann Handy ausschalten.

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