Deutschland: Internate

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 2/2020

Quelle: Der große Internate-Führer, Unterwegs Verlag, 2019/2020 und eigene Recherchen © 1kilo

Internate gelten als Eliteschmieden – oder als letzte Instanz für Problemschüler, die doch noch durchs Abitur gebracht werden sollen. Stimmt natürlich nicht immer: Viele Eltern schicken ihre Kinder auf Internate, weil sie beruflich zu eingespannt sind oder weil diese als begabte Sportler besondere Förderung brauchen. Jedes zehnte der 234 Internate auf unserer Karte führt das Wort "Sport" im Namen. Mehr als die Hälfte befindet sich an Orten mit weniger als 30.000 Einwohnern, also in der Provinz. Hier haben die Schulen mehr Platz, und die Eltern dürfen hoffen, dass ihre Kinder weit weg von großstädtischen Verlockungen sind. Viele Internate haben eine lange Tradition, sie entstanden aus Kloster- und Fürstenschulen – wohl deshalb kommen sie noch heute im Süden viel häufiger vor: Südlich von München ist die Internatsdichte besonders groß, nördlich von Hannover besonders klein. Am bekanntesten ist sicher die Schule Schloss Salem in der Nähe des Bodensees, rund 3600 Euro kostet ein Platz im Monat ohne Stipendium. Ob teurer Unterricht in Internaten besser ist als der an staatlichen Schulen, darauf müssen die Eltern vertrauen. Einen wissenschaftlichen Beleg dafür gibt es nicht.

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