Personenrätsel: Lebensgeschichte

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ZEITmagazin Nr. 3/2020

Bei ihrem Start ins Leben habe sie zwei große Vorteile gehabt: kein Geld und gute Eltern. Die Mutter, so die ältere Schwester, sei bigott und streng gewesen und hätte im Kopf der Jüngeren "nicht existiert". Der idealisierte Vater hingegen prägte ein Weltbild, das sie als einzige Realität gelten ließ. Früh half sie in seinem Lebensmittelladen aus und erwarb neben ökonomischem Grundwissen die Tugenden der unteren Mittelschicht: Fleiß und moralische Strenge. Das verhalf ihr zu guten Schulnoten und Stipendien an einer Eliteuniversität. Sie promovierte in Chemie, doch ihre erste Stellenbewerbung wurde abgelehnt: Sie sei stur und rechthaberisch. Nur kurz arbeitete sie als Chemikerin, ausgerechnet an der Entwicklung von Softeis. Sie heiratete einen Mann, den sie als "nicht besonders attraktiv, aber ganz nett" beschrieb. Und er war reich und finanzierte ihr ein Jurastudium. Sie betätigte sich politisch und brachte nebenbei mit der ihr eigenen Effizienz vorzeitig Zwillinge zur Welt.

Als Bildungsministerin bekam sie den Beinamen "Milchdiebin", weil sie die freie Milch für Schulkinder abschaffte. Staatliche Zuwendungen würden nur verweichlichen. Mit ihrem festen Glauben an das hart arbeitende Individuum und den von staatlicher Kontrolle befreiten Markt gelangte sie in das höchste Staatsamt, in dem sie fast zwölf Jahre lang gegen "innere wie äußere Feinde" kämpfte. Mit ihren rigorosen Maßnahmen und dem Abbau staatlicher Lenkung hinterließ sie bis heute tiefe Spuren in ihrem Land. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 2:

Simon & Jan ist ein Musiker- und Kabarett-Duo, bestehend aus den Sängern und Gitarristen Simon Eickhoff, geb. 1980, und Jan Traphan, geb. 1981. Sie lernten sich 2001 als Studenten in Oldenburg kennen, seit 2006 gehen sie regelmäßig auf Tour. Mit Songs wie "Weil ich kann", "Leck mich" oder "Karnickelkotzen" haben sie die Kleinkunstszene erobert und inzwischen alle namhaften Preise bekommen, zuletzt 2019 in Meran den "Salzburger Stier"