Brettspiel: Schach

ZEITmagazin Nr. 3/2020

Vor einiger Zeit wurde das Passwort von Ken Thompson, einem der Heroen der Computergeschichte, geknackt. Seit 1980 hatte das kryptische "p/q2-q4" seinen Dienst getan: Pawn (Bauer) Queen 2 – Queen 4 (d2-d4). Der Zug des Damenbauern. Ken Thompson entwickelte einen Vorläufer der Programmiersprache C, die noch heute zu den meistbenutzten gehört, und mit Dennis Ritchie das Unix-Betriebssystem. Er erhielt nicht nur von Bill Clinton die National Medal of Technology and Innovation, sondern auch den Turing Award, die höchste Auszeichnung in der Informatik, vergleichbar dem Nobelpreis oder der Fields-Medaille. Aber auch im Computerschach entwickelte Ken Grundlegendes. So die Endspiel-Tablebases mit wenigen Steinen, die perfekt wie Gott spielen und heute Standard in allen Schachprogrammen sind. Und das Programm Belle, das 1980 in Linz die Computerschach-WM gewann.

Kurz vorher gab ich in Hamburg eine Simultanvorstellung, bei der auch Belle heimlich gegen mich spielte. Ausgeheckt hatten dies der Computerschachexperte Frederic Friedel, der eine Wissenschaftssendung drehende NDR und Ken Thompson. Einem meiner Gegner wurden die Züge vom Computerkoloss in den USA versteckt mitgeteilt – ich hatte davon keine Ahnung.

Schließlich diese Stellung: Dank meines Freibauern g6 war ich sicher zu gewinnen, zumal 1...f2 an 2.Lxg2 scheitert. Doch nach welchem fantastischen Zug war es mindestens remis für Belle als Schwarzen?

Lösung aus Nr. 2:

Wie eroberte Schwarz mit "vergifteten" Opferangeboten die weiße Dame?

Auf das Springeropfer 1...Sf3+! war 2.Kh1 erzwungen (2.Lxf3 De1 matt), aber nach dem Läuferopfer 2...Lg2+! gab Weiß schon auf, weil er nach 3.Kxg2 Se1+! die Dame verliert