Spielzeugtoilette: Mirko Borsche schenkt dem Nachbarsjungen ein Spielzeug-Klo

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Aus der Serie: Unter Strom ZEITmagazin Nr. 3/2020

Unser Nachbarsjunge ist supersüß, fast drei und hat noch Probleme, aufs Töpfchen zu gehen. Er genießt lieber den Luxus seiner Windel, denn das ist einfacher. Weil ich gelesen habe, dass man das Aufs-Klo-Gehen aber trainieren kann, habe ich ihm die Spielzeugtoilette von Mattel Fisher-Price geschenkt.

Das Mini-Klo begrüßt einen mit einem lachenden Gesicht, einer blauen Klobrille und einem kleinen Halter für das Toilettenpapier. Es sieht aus wie the real thing, die Kloschüssel ist allerdings ein Behälter, den man zum Säubern herausnehmen kann. Lässt man etwas darin fallen, ertönt ein kurzes Lied – unten ist ein gewichtsempfindlicher Schalter angebracht. Genial!, dachte ich. So lernt das Kind, darauf zu achten, wenn es pinkeln oder kacken muss, geht eigenständig auf seine kleine Toilette und wird dafür mit etwas Musik belohnt.

Mit der Toilette in der Hand bin ich zu unserem Nachbarsjungen rübergegangen und habe ihm gezeigt, wie das Klo funktioniert. "Trocken" habe ich simuliert, was passiert, wenn etwas in die Kloschüssel hineinfällt, und dafür den Schalter unten am Behälter gedrückt. Er gluckste und sprang um das Spielzeugklo rum. Später habe ich erfahren, dass er die Toilette praktisch ständig benutzt: Sein Geschäft verrichtet er dort nicht, er drückt einfach den Schalter, um das Lied abzuspielen. Ich Depp hatte ihm den Trick ja gezeigt. Unterschätze nie ein Kleinkind, dachte ich dann. Warum sollte er nicht gemütlich weiter in seine Windel kacken und dabei schön Musik hören?

Seine Eltern waren da weniger gelassen, sie sind an dem Soundterror fast verzweifelt und haben schließlich den Ton abgestellt. Seitdem interessiert sich der Kleine für sein Kinderklo nicht mehr. Windeln trägt er natürlich immer noch.

Technische Daten

Größe: 33 x 35 x 33 cm
Batterien: 3 AA
Preis: 44,99 Euro

Kommentare

26 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Windel ab, Klo zeigen und Kind drauf setzen. Nachher Windel ab lassen. Wechselwäsche bereit halten.
Dann wird’s schneller gehen und man braucht kein Plastikspielzeug.

Entfernt. Bitte formulieren Sie Kritik sachlich und differenziert. Danke, die Redaktion/at