Deutschlandkarte: Virologie-Institute

Erst seit den Vierzigerjahren ist es möglich, Viren unter Mikroskopen zu betrachten. Kurz darauf begannen Universitäten, virologische Institute zu gründen. Ein Überblick Von
Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 14/2020

Recherche: Artur Weigandt © 1kilo

Die Virologie, also die Wissenschaft und die Lehre von den Viren, wird in Deutschland von einem Netz an Instituten betrieben. Es überspannt das Land sehr gleichmäßig, was auf ihre Bedeutung für den Schutz der Bevölkerung schließen lässt. Erst Ende des 19. Jahrhunderts konnten Forscher Viren nachweisen, zuvor kümmerte sich die Forschung vor allem um Bakterien. Das Max von Pettenkofer-Institut in München, das älteste auf der Karte, wurde also noch im Zeitalter des Bakteriums gegründet. Das Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg ist in einem Gebäude am Hafen untergebracht, das an eine Burg erinnert. Die Lage sollte helfen, Krankheitserreger zu bekämpfen, die die Seeleute einschleppten. Erst seit den Vierzigerjahren ist es möglich, Viren unter hochauflösenden Mikroskopen zu betrachten. In den Fünfzigern begannen Universitäten, virologische Institute zu gründen, meist mit einfachen Mitteln. Die Virologie der Berliner Charité, geleitet von Christian Drosten, dem wohl bekanntesten Virologen derzeit, startete 1956 in einem Keller in der heutigen Dorotheenstraße: mit zwei Laborräumen, einem Chef und drei Mitarbeitern – zwei Männern und einer Frau.

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Erst seit den 40er Jahren? Und was haben Koch und Pasteur dann unter dem Mikroskop angeschaut?