Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter haben in der Corona-Pandemie kaum eine Möglichkeit, ihren Beruf normal auszuüben. Manche haben auf Online-Angebote umgestellt – wie die 37-jährige Lady Kat Rix. Im Interview erzählt sie, wie sie versucht, sich finanziell über Wasser zu halten.
ZEITmagazin: Lady Kat Rix, von März bis August war das Dominastudio, in dem Sie arbeiten, geschlossen – und ist es seit Anfang November erneut. Was machen Sie jetzt?
Lady Kat Rix: Ich darf meine Kunden nun nicht mehr im Studio treffen, dort miete ich normalerweise für 65 Euro pro Stunde einen Raum. Deshalb biete ich meine Dienstleistungen online über Video von zu Hause aus an. Es gibt dabei allerdings das Problem, dass ich keine Möglichkeit habe, auf sichere Weise bezahlt zu werden. PayPal zum Beispiel arbeitet nicht mit Sexarbeiterinnen zusammen, und meine Bankverbindung möchte ich nicht weitergeben, das ist mir zu riskant. Meine Kunden bezahlen mich daher mit Amazon-Gutscheinen. Davon kann ich aber natürlich nicht meine Miete und meine Rechnungen zahlen, sondern nur Dinge, die ich auf Amazon kaufen kann. Die Einnahmen durch meine Online-Dienste wären ohnehin nicht hoch genug, um meinen Lebensunterhalt zu decken.