Gesellschaftskritik Es gibt nur ein Wladi Puuuuutin!

© Ferrero
Aus der Serie: Gesellschaftskritik

Seit ein paar Wochen hat die Kinderschokolade neue Gesichter: Ferrero hat deutsche Fußballer gebeten, ihre Kinderfotos benutzen zu dürfen. Deshalb lächeln jetzt die Kindergesichter von Michael Ballack, Jens Lehmann oder Mats Hummels von der Packung. Und: Rudi Völler. Wenn er es denn ist.

Als die Anfrage kam, muss Rudi Völler in seinen Fotoalben ein Erstklässlerbild gesucht, gefunden und an Ferrero geschickt haben. Dort fiel anscheinend niemandem auf, was eigentlich auf den ersten Blick hätte klar sein müssen, zu groß ist die Ähnlichkeit: Was Rudi Völler für ein Kinderbild von sich selbst hält, ist in Wahrheit ein Kinderbild von Wladimir Putin.

Unsere Kolumne ist bekannt für knallharte, unerbittliche Recherchen. Diese haben ergeben: Völler und Putin müssen als Kinder vertauscht worden sein. KGB-Aktion, so was in der Art. Es ist schwer zu begreifen, aber Rudi Völler, Ex-Nationalspieler und Sportdirektor bei Bayer Leverkusen, wurde als Wladimir Putin in Russland geboren. Und Wladimir Putin, Präsident Russlands, als Rudi Völler in Hanau. Wir wissen nicht, warum der Austausch geschah. Wir wissen nur: Die Welt wäre heute eine vollkommen andere.

Stellen wir es uns kurz vor: Völler regiert, natürlich unter dem Namen Putin, seit 1999 Russland. Das Land gilt als ruhig und friedliebend, manche nennen es abschätzig "das langweiligste Land der Erde", im Ausland hat es nur wenige Fans. Wirtschaftlich geht es dem Land gut, es wird mit Milliarden von der Firma Gazprom gesponsert, was andere Länder unfair finden. Seit einem nicht gewonnenen Konflikt mit Island (Putin: "Es gibt keine Kleinen mehr!") ist das Land zufrieden damit, Zweiter zu werden. Der Präsident ist beim Volk beliebt, das bei jedem seiner Auftritte "Es gibt nur ein Wladi Putin! Ein Wladi Puuuuutin!" skandiert. Seine gelegentlichen Wutreden haben ihn zur Kultfigur gemacht. Ein Ende seiner Amtszeit ist nicht in Sicht.

Rudi Völler und Bayer Leverkusen dagegen sind drauf und dran, die Machtverhältnisse im deutschen Fußball dauerhaft zu verschieben. Lange genug haben sie sich von den Schmähgesängen der Nachbarvereine ("Ihr werdet nie Deutscher Meister!") demütigen lassen. Der Sportdirektor, der sich die Spiele seiner Mannschaft auch im Winter mit nacktem Oberkörper anschaut, will der Dominanz der Bayern ein Ende machen: Mit Zé Roberto, Robert Kovač, Paulo Sérgio, Lucio, Jörg Butt und Toni Kroos seien über die Jahre und Jahrzehnte viele Spieler aus Leverkusen nach München gegangen, die Bayer nun schützen müsse, so seine Argumentation. Außerdem dürfe man nicht vergessen, dass fünf der sechs Buchstaben in "Bayern" den Leverkusenern gehörten. Der FC Bayern sei damit bis auf die kleine n-Minderheit ohnehin ein Teil von Leverkusen und ab sofort annektiert. Da Völler und Bayer große Teile des Landes durch günstige Tarife in der Medikamentenversorgung von sich abhängig gemacht haben, gibt es keinen Protest. Auch die Medien halten still. Seit Waldemar Hartmann verschwunden ist, sind sie Völler hörig.

Wir vermuten, Völler und Putin sind nicht die einzigen, die damals vertauscht wurden. Die Weltgeschichte muss neu geschrieben werden. Wir überprüfen derzeit Kinderfotos von Angela Merkel und Birgit Schrowange, Helmut Kohl und Didi Hallervorden, Andrea Nahles und Nana Mouskouri sowie Ronald Schill und Martin Sonneborn. Wir bleiben dran.

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Das Tante-Käthe-Komplott. Schuld daran sind nur die "Unverbesserlichen"! Wußten Sie schon, daß der brave Buchhalter Kurt Scholz während eines Kurkonzerts in der Vulkaneifel von der kurzsichtigen Nana Mouskouri mit MP Helmut Kohl verwechselt wurde - was nach einem Garderobenbesuch Folgen hatte, die bei Maurermeister Nahles als Baby Andrea aufgezogen wurden? Mutti Scholz fiel ein Jahr später durch energisches Auftreten in einem DDR-Transit-Restaurant dem KGB-Novizen Wladimir Putin auf, der deutsche Sprachpraxis am Volke üben wollte und miterlebte, wie Mutter Käthe dem Hamburger Frechling Ronald Schill eine klebte, als er das Sauerländer Mädchen Birgit (auf Klassenfahrt nach Berlin zu den "Wühlmäusen" Didi Hallervordens) an den Zöpfen zog. Vladimirs Betreuerin Angela erklärte ihm, daß solche Unsitten in Rußland schon seit Zarin Katharina der Großen eingerissen seien, bei Gardeoffizieren. Empört rief Mutter Scholz: "Hier wühlt nur eine - das ist Käthe!", griff versehentlich einem Hanauer Mini-Kicker in die Haare. Rudi lief weinend dem Ferrero-Fotografen in die Arme - dem waren Werbeaufnahmen mit Baby Andrea mißglückt, er brauchte was Authentisches, zumal Kundschaft wie Dreikäsehoch Martin schon randalierte: "Ich will Kinderschokolade - sonst geht die Titanic unter!" Da protestierte Betreuerin Angela: "Nicht die Tante-Käthe-Frisur!" und übergab das ihr geschenkte Kinderfoto Wladimirs. Was Muttis so anrichten, davon stehen Rudi, Waldi und Wladi die Haare zu Berge.