© Michael Zenner

Sonntagsessen Griechisch-italienische Liaison

Christina Metallinos kommt aus Korfu, lebt in München und liebt Pasta. Die Gerichte auf ihrem Blog sind einfach, bezahlbar und ein bisschen überraschend. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Ihre Liebe zum Kochen entdeckte Christina Metallinos auf einem Stuhl. Damals war sie sechs Jahre alt, stand auf dem Schemel neben dem Herd und schaute ihrem Vater in die Töpfe. Bei den Metallinos kochen nämlich die Männer. Seit Generationen. Der Großvater war Dorfwirt auf Korfu. Und da man von der griechischen Insel aus fast schon Italien sehen kann, ist die Metallinos-Küche auch ein Mix aus beiden Ländern. Und den zeigt ihr Blog We love Pasta.

Für das kulinarische Zusammenspiel zwischen Pesto Rosso und Kritharaki nennt die 23-Jährige aber auch noch einen anderen Grund: Die griechische Küche nämlich beinhalte viel zu viel Fleisch, das man in viel zu viel Öl ersäuft. Da braucht es ein Gegengewicht. Noch bis vor wenigen Jahren war Christina Metallinos jedes Jahr auf Korfu, im Bergdorf ihrer Familie. Doch seit sie in München beim Radio arbeitet, werden die Besuche seltener. Dafür erinnert sie kulinarisch jede Woche auf ihrem Blog an die Heimat.

Für den Sommer belegt Christina Metallinos ihre Walnusspizza mit luftgetrockneter Bresaola und roten Trauben, so schmeckt sie ein bisschen süß und saftig. Wie unkompliziert die Gerichte auf We love Pasta sind, zeigt sich bei Klassikern der italienischen Küche, wie dem Pesto Rosso, das Metallinos traditionsbewusst mit frischen Mandeln verfeinert. Gnocchi gehören natürlich auch zur Pasta-Familie. Die mit Spinatblättern und Ricotta gemachten Mini-Knödel übergießt man mit Salbeibutter, davon wird jeder pappsatt. In einem Tontopf schmort sie Giouvetsi me Kotopoulo – Huhn mit Kritharaki (kleine Nudeln in Getreidekornform), weil nur Hühnerfleisch zu warmen Sommertagen passt. Im Gegensatz zu Lamm oder Rind spart das auch noch Kochzeit. Selbst beim Nachtisch bleibt sich Christina Metallinos treu: Es gibt Pasta! Für ihre Schokoladenravioli gießt sie geschmolzene Zartbitterschokolade in den Teig. Und über das Kirschragout hobelt sie noch weiße Schokolade als süßen Parmesan.

Selbst gemachte Walnusspizza mit Bresaola und roten Trauben © Christina Metallinos
Selbst gemachtes Pesto Rosso mit frischen Mandeln © Christina Metallinos
Spinat-Ricotta-Gnocchi mit Salbeibutter © Michael Zenner
Griechisches Giouvetsi me Kotopoulo: Huhn mit Kritharaki aus dem Tontopf © Christina Metallinos
Schokoladenravioli mit Kirschragout und gehobelter weißer Schokolade © Christina Metallinos

Kommentare

3 Kommentare Kommentieren

Das ist aber eine sehr vorurteilsbehaftete Darstellung!

Einerseits ist es mitnichten so, dass die griechische Küche viel zu viel Fleisch enthält. Das ist angesichts der bergigen Landschaft und der verdammt langen Küsten auch nicht verwunderlich. Das ist zumindest traditionell so. Dass Fleisch auch in Griechenland in den letzten Jahrzehnten zum Wohlstandssymbol wurde (der heute auch wieder aus bekannten Gründen auf dem Rückzug ist), ist nun kein Merkmal von Griechenland, sondern findet sich woanders auch - in Italien bspw.

Auf der anderen Seite ist der italienische Hauch keine Spezialiät von Frau Metallinos, sondern prägendes Merkmal der Korfu-Küche... .und das wiederum liegt nicht am schönen Ausblick sondern daran, dass Korfu mehrere hundert Jahre venezianisch war. Und genau deshalb findet man in dieser Regionalküche auch speziell venezianische Elemente, die aber griechisch abgewandelt wurden. Und deshalb ist es auch gerade die Küche Korfus, die bspw. Mit Sofrito und Pastitsada ausgewiesene Fleischgerichte als DIE Spezialitäten führen....
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