© Ursula Schersch

Sonntagsessen: Aus den Straßenküchen dieser Welt

Die Österreicherin Ursula Schersch nimmt uns auf ihrem Foodblog "Taste of Travel" mit auf die Reise. Wie man echte Topfennockerln macht, hat sie trotzdem nicht vergessen. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Für Ursula Schersch gehören Reisen und Essen schon immer zusammen. Auch bevor sie ihr Foodblog Taste of Travel gründete, reiste die freie Journalistin mit großer Neugier in ferne Länder. Erst kürzlich kam sie von einer Weltreise zurück. Und brachte neben Reisetipps und Abenteuern – die 31-Jährige wagte sich durch den malaysischen Dschungel – auch vollgeschriebene Notizbücher mit, mit Rezepten und Zutatenlisten. Vor allem die Straßenküche hat es ihr angetan. Denn kein Restaurant der Welt erzählt mehr über Land und Leute, als die Gerichte, die die Einwohner selbst täglich essen.  

Auch wenn die Rezepte von weit her kommen, achtet Schersch immer darauf, dass die Zutaten auch hierzulande zu kaufen sind. Ein bisschen mehr als Salz und Pfeffer sollte das Gewürzregal allerdings schon hergeben.  

In Singapur begegnete Schersch Kaya, der asiatischen Kokosmarmelade, die man traditionell auf einem Toast, mit einem 2-Minuten-Ei, Butter, weißem Pfeffer und Sojasauce isst. Die Masse wird aus Kokosmilch, Palmzucker und vier Eigelb zusammengerührt; auf die Pandanblätter, die eigentlich dazugehören, aber nur in gut sortierten Asialäden zu finden sind, kann man laut Schersch auch mal verzichten. Anders beim Kichererbsensalat mit Feta, Zwiebeln und Radieschen. Da ist die marokkanische Mojito-Minze die entscheidende Zutat für den einzigartigen Geschmack. In Indien lernte Ursula Schersch wie man Samosas, frittierte Teigtaschen, richtig füllt (vegetarisch) und faltet (auf zwei Arten), bevor sie im Ölbad ertränkt werden. 

Auch wenn der australische Kuchen Pavlova (bestehend aus Baiser-Boden, einer Sahneschicht und Beeren), von dem die Neuseeländer ebenfalls behaupten, sie hätten ihn erfunden, das vielleicht bessere Dessert an heißen Sommertagen ist – auf die Mehlspeisen aus ihrer Heimat möchte Schersch nie verzichten. Wer schon als Kind der Oma beim Strudelteig-Ausziehen half, weiß natürlich wie ein Kaiserschmarrn fluffig und die Topfennockerln "innen schön flaumig-locker und außen dezent buttrig" werden.

Momentan lebt Ursula Schersch in Boston, wo gerade der American Cheeseburger den Weg in ihre Küche fand. Die Brötchen dafür macht sie selbst und das "obligate Gurkal", das auf jeden Burger gehört, schmeckt ihr in Amerika sogar ein wenig besser.

Kaya, die asiatische Kokosmarmelade, isst man traditionell mit einem 2-Minuten-Ei, Butter, weißem Pfeffer und Sojasauce auf Toast. © Ursula Schersch
Samosas, indische Teigtaschen, sind traditionell vegetarisch gefüllt. © Ursula Schersch
Über Pavlova, den Kuchen mit Baiser-Boden, Sahne und Beeren, streiten sich Neuseeländer und Australier bis heute, wer ihn erfunden haben soll. © Ursula Schersch
Österreichische Topfennockerln © Ursula Schersch
Die Brötchen für den Cheeseburger macht die Österreicherin selbst. © Ursula Schersch

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