© Ella Woodward

Sonntagsessen Wende mit Kohl

Rosenkohl aus dem Ofen, Müsli für jede Tageszeit: In ihrem Blog "Deliciously Ella" verrät Ella Woodward, wie sie genussvoll und gesund isst – ohne Zucker und Fleisch. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Vor dreieinhalb Jahren erkrankte Ella Woodward an einer seltenen Nervenkrankheit. Mitten in der Nacht wurde der damals 20-jährigen Studentin speiübel. Sie kämpfte mit Herzrhythmusstörungen und Kreislaufproblemen. "Es war der reinste Albtraum", erinnert sich die junge Britin. Vier Monate dauerte es, bis ihre Krankheit diagnostiziert wurde. Trotz medikamentöser Behandlung litt sie noch lange daran.

Mittlerweile geht es Woodward allerdings "besser denn je!" Sie sei heute gesund, weil sie damals angefangen habe, auf weißen Zucker, Gluten, Milchprodukte und Fleisch zu verzichten. "Ich war ein Zuckermonster", erzählt sie. "Schon achtzehn Monate nachdem ich meine Ernährung umgestellt hatte, fühlte ich mich so gut, dass ich meine Medikamente absetzen konnte." Aus dem Leidensweg wurde eine Leidenschaft für gesunde und leckere Ernährung – die sie in ihrem Blog Deliciously Ella mit anderen teilt. Im Januar erscheint in den USA ihr erstes Kochbuch.

Auf Deliciously Ella werden Rezepte ohne industriell gefertigte Produkte zelebriert. Am liebsten kocht die Autodidaktin Gerichte mit Datteln, Süßkartoffeln und Avocado. Für unser Sonntagsessen empfiehlt Woodward fünf Gerichte für die ersten kalten Herbstsonntage.

Zum Frühstück gibt es Haferstreusel mit Brombeeren, Äpfeln und Mandeln. Woodward sagt, sie könne dieses ausgebuffte Müsli im Winter zu jeder Tageszeit essen. Denn es sei nicht nur schnell zuzubereiten, sondern köstlich obendrein. Zur Verfeinerung dürfen reiner Ahornsirup, Zimt und Kokosöl nicht fehlen. 

Rosenkohl hält Woodward für ein konstant unterbewertetes Gemüse. Der Trick sei es, den Kohl im Ofen zu rösten. Dazu gibt sie ordentlich Granatapfelkerne, sautierte Champignons und Quinoa – das UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon im vergangenen Jahr mit dem "Jahr der Quinoa" geehrt hat. Aus einer Limette, Apfelweinessig und Olivenöl mixt sie die dazugehörige Sauce, gewürzt wird mit Salz, Pfeffer und getrockneten Chiliflocken.

Als Snack am Nachmittag empfiehlt Woodward ihren marinierten Grünkohlsalat. Für eine Portion braucht man bloß rohen Kohl, eine reife Avocado und dazu Kürbis- und Granatapfelkerne. Wie immer: Der Geschmack des Salates steht und fällt mit dem Dressing. Woodward mixt dafür Olivenöl, Tahina, gepresste Limette, glutenfreie Sojasauce sowie Apfelweinessig zusammen. 

Wer jetzt immer noch Hunger hat, kann ihre Gelbwurz- und Linsensuppe probieren. Mit Kokosmilch wird sie schön cremig. Dann ordentlich Knoblauch und Gelbwurz dazu geben, zum Schluss wird das Gericht mit weißen Cannellini-Bohnen (aus dem italienischen Supermarkt) und Champignons garniert.

Das absolute Highlight ihres Blogs sind die Brownies aus Süßkartoffeln. Nachdem man die Süßkartoffeln geschält und weichgekocht hat, schlägt man daraus einen Teig mit Buchweizenmehl, Kakao, Datteln, Ahornsirup und einer Prise Salz.

Crumble zum Frühstück, mit Haferflocken, Brombeeren und Mandeln. © Ella Woodward
Quinoasalat mit im Ofen geröstetem Rosenkohl und Granatapfelkernen © Ella Woodward
Suppe mit Gelbwurz und Linsen © Ella Woodward
Ellas Brownies aus Süßkartoffeln © Ella Woodward

Kommentare

9 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Ja, die These zu Milch und Fleisch Mal dahingestellt, aber der Verzicht auf Zucker: Ahornsirup ist Zucker, in den Kartoffeln steckt Zucker - also ohne Zucker ist so gut wie nichts. Und regelmäßig ist nicht zu viel Zucker verantwortlich für Übergewicht und Diabetes, sondern schlicht eine zu hohe Aufnahme von Kalorien, die schlicht nicht verbrannt werden und dann in den Fettzellen landen. Und da spielt es eigentlich keine Rolle, ob man die Kalorien durch Kohlenhydrate (vor allem Zucker), Fett oder zu viel Eiweiß aufnimmt. Ansonsten: Schöne Rezepte!

Spruce Goose
#4  —  12. Oktober 2014, 10:53 Uhr

Klasse, die Dame – wie aus der „Landlust“ herausgesprungen; von der ganzen ominösen Krankheitsgeschichte glaube ich zwar kein Wort, das Geschäftsmodel mit „hübsches Model + trendy veganes Lifestylegedöns + Buchverlinkung bei amazon“ zieht aber offenbar nach wie vor!

Nun ja, der/dem armen GroßstadthipsterIn ohne Gemüsegarten und Obstwiese bleibt eben meist nur das Surrogat…